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Der weltweit größte Bitcoin-Halter unter den Unternehmen, Strategy , wehrt sich gegen einen Vorschlag des Indexanbieters MSCI, der den Konzern aus den wichtigsten Aktienindizes der Welt drängen könnte. Strategy bezeichnet den Plan als diskriminierend und fordert, ihn zurückzuziehen.
Für Anleger geht es dabei um mehr als eine Grundsatzfrage.
Der Vorschlag stieß bei Strategy auf scharfe Kritik. Gestern ging ein Schreiben an MSCI, unterzeichnet von Verwaltungsratschef Michael Saylor und CEO Phong Le. Darin bezeichnen sie den Plan als „diskriminierend, willkürlich und unklug“.
MSCI, ausgeschrieben Morgan Stanley Capital International, erstellt Aktienindizes, denen Fonds weltweit weitgehend automatisch folgen. Ist eine Aktie in einem solchen Index enthalten, kaufen diese Fonds sie. Fällt sie heraus, müssen sie verkaufen. Im Fall von Strategy könnte das dazu führen, dass das Unternehmen neue Bitcoin langsamer zukauft.
Im vergangenen Monat legte MSCI eine neue Schwelle vor. Wer weniger als die Hälfte seiner Vermögenswerte zur Erzielung von Erträgen einsetzt, gilt demnach nicht mehr als gewöhnliches Unternehmen. Ein solches Unternehmen muss fünf zusätzliche Finanztests bestehen. Fallen vier davon negativ aus, wird die Aktie aus den Indizes gestrichen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte MSCI einen ähnlichen Vorstoß unternommen, damals mit einer Regel, die direkt auf Krypto abzielte. Unternehmen, deren digitale Coins die Hälfte der Bilanz ausmachten, sollten ausgeschlossen werden.
Dieser Plan scheiterte am Widerstand der Branche. Im Januar kündigte MSCI neue Regeln an, der aktuelle Vorschlag ist das Ergebnis.
MSCI sammelt bis zum 30. September Stellungnahmen und will das Ergebnis am 16. Oktober bekannt geben. Eine Änderung würde im November in Kraft treten.
Strategy zählt mit 845.050 BTC zu den größten Bitcoin-Haltern weltweit. Zudem war das Unternehmen der erste börsennotierte Käufer von Bitcoin. Ende 2020 kaufte Strategy die ersten Coins, um die Bilanz gegen den massiven Inflationsdruck abzusichern.
Nach Ansicht von Strategy ja. Das Unternehmen verbucht seine Bitcoin nach Rücksprache mit der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) als Teil des laufenden Geschäftsbetriebs.
MSCI bewertet nicht den Coin selbst, sondern das Geschäftsmodell. Einer der fünf Tests prüft, ob ein Unternehmen regelmäßig Kapital aufnimmt, um damit Vermögenswerte zu kaufen.
Genau darauf beruht das Modell von Strategy. Das Unternehmen gibt Aktien aus und kauft mit dem Erlös Bitcoin. Ausgerechnet dieser Finanzierungsmechanismus führt in dem Test zu einem negativen Ergebnis.
Strategy verweist selbst darauf, 1.500 Menschen zu beschäftigen.
Von einer gezielten Diskriminierung kann allerdings kaum die Rede sein. Der Probelauf erfasste auch den Uran-Investor Yellow Cake, zudem stehen zwei Unternehmen ohne jeden Krypto-Bezug auf der Prüfliste.
An der Börse blieben größere Sorgen aus. Die Strategy-Aktie (MSTR) schloss am Montag 4,42 Prozent höher bei 132,94 Dollar, liegt seit Jahresbeginn aber weiterhin 15 Prozent im Minus.
Vergangene Woche kaufte das Unternehmen erstmals seit zehn Wochen wieder neue Bitcoin. Der Gesamtbestand ist rund 65,8 Milliarden Dollar wert; der durchschnittliche Kaufpreis liegt etwa 3.000 Dollar unter dem aktuellen Kurs.
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