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Revolut hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Die kryptoaffine Bank wurde in dieser Woche bei einem internen Aktienverkauf zum wertvollsten nicht börsennotierten Unternehmen Europas.

Selbst die größte Bank Großbritanniens liegt nun hinter dem Fintech. Nach dem Willen des Gründers soll das erst der Anfang sein.

Revolut überholt Barclays

Revolut wurde in einer neuen Verkaufsrunde mit 115 Milliarden Dollar bewertet, umgerechnet rund 99 Milliarden Euro. Mitarbeiter dürfen ihre Aktien für 2.017 Dollar je Stück verkaufen, schrieb CEO Nik Storonsky am Mittwoch in einem internen Memo, das der Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegt.

Bei einer solchen Sekundärtransaktion, bei der bestehende Anteilseigner ihre Aktien zu Geld machen, fließt dem Unternehmen selbst kein frisches Kapital zu. Der Preis zeigt dennoch, wie groß die Nachfrage nach den Anteilen ist.

„Die Dynamik von Revolut in den vergangenen zwölf Monaten, getragen von soliden Fundamentaldaten und der weiteren Expansion in neue Märkte, hat bei neuen wie bestehenden Investoren erhebliche Nachfrage ausgelöst“, sagte Storonsky.

Die Bewertung liegt 53 Prozent über den 75 Milliarden Dollar vom November vergangenen Jahres. 2024 war Revolut noch mit 45 Milliarden Dollar bewertet worden.

Damit liegt Revolut nun vor Barclays, der größten Bank Großbritanniens mit einem Börsenwert von rund 95 Milliarden Dollar. Auch die Geschäftszahlen geben Investoren Orientierung: Im vergangenen Jahr erzielte Revolut einen Vorsteuergewinn von 2,3 Milliarden Dollar, ein Plus von 57 Prozent.

Der Umsatz stieg um 46 Prozent auf 6 Milliarden Dollar, die Kundenzahl liegt inzwischen bei mehr als 75 Millionen. Bei dieser Bewertung zahlen Investoren damit rund das Fünfzigfache des Jahresgewinns.

Von der Devisen-App zur Kryptobank

Revolut wurde 2015 in London von Storonsky und Vlad Yatsenko gegründet. Die Idee war schlicht: eine App, mit der Reisende ohne hohe Gebühren Geld wechseln und ins Ausland überweisen konnten.

Aus der App wurde eine breite Finanzplattform mit Zahlungskonten, Sparprodukten und Aktienhandel. Krypto kam 2017 hinzu, als Kunden erstmals Bitcoin (BTC) kaufen konnten.

Das Angebot wurde seitdem deutlich ausgebaut. Nutzer können inzwischen mit mehr als 200 Coins handeln, Token an externe Wallets senden und Coins staken. Unter dem Namen Revolut X betreibt das Unternehmen sogar eine eigene Handelsplattform.

Im vergangenen Jahr erhielt das Unternehmen auf Zypern eine MiCA-Lizenz. Damit darf Revolut seine Kryptodienste reguliert in der gesamten Europäischen Union anbieten.

Die USA rücken in den Fokus

Im März erhielt Revolut nach jahrelangem Warten eine vollwertige britische Banklizenz. Dadurch darf das Unternehmen selbst einlagengesicherte Sparkonten, Kredite und Dispokredite anbieten.

Im selben Monat beantragte das Unternehmen eine US-Banklizenz. Der Plan: 2027 soll eine eigene Bank starten, auf deren Plattform staatlich abgesicherte Konten und Stablecoins zusammengeführt werden.

Revolut denkt bereits deutlich größer. Das Unternehmen hat über einen Börsengang mit einer Bewertung von bis zu 200 Milliarden Dollar gesprochen. Sollte das gelingen, würde sich der Wert nahezu erneut verdoppeln.

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