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Igloo, das Unternehmen hinter der NFT-Marke Pudgy Penguins, stellt das Blockchain-Netzwerk Abstract endgültig ein. Nach eigenen Angaben investierte das Unternehmen mehrere zehn Millionen Dollar in das Ethereum-Netzwerk, während die Einnahmen hinter den Erwartungen zurückblieben. Nutzer haben bis zum 15. Dezember Zeit, ihre Guthaben abzuziehen.

Abstract startete erst im Januar 2025 und sollte Blockchain-Technologie einem breiten Verbraucherpublikum zugänglich machen. Nicht einmal ein Jahr später wird das Netzwerk eingestellt. Das Wachstum stagnierte, die Handelsaktivität war zu gering und professionelle Marktteilnehmer blieben weitgehend fern.

Abstract wird am 15. Dezember eingestellt

Abstract ist ein sogenanntes Layer-2-Netzwerk auf Basis von Ethereum. Solche Netzwerke sollen Transaktionen schneller und günstiger abwickeln. Ein Großteil der Verarbeitung erfolgt außerhalb von Ethereum. Anschließend werden die Transaktionen gebündelt an das Hauptnetzwerk übermittelt.

Zum Start waren die Erwartungen hoch. Pudgy Penguins begann als Sammlung digitaler Pinguine in Form von NFTs und entwickelte sich zu einer internationalen Verbrauchermarke. Das Unternehmen verkauft unter anderem Spielzeug und weitere Produkte bei großen US-Handelsketten wie Walmart und Target.

Igloo wollte die Bekanntheit der Marke nutzen, um einem breiteren Publikum Blockchain-Technologie näherzubringen. Abstract konzentrierte sich deshalb vor allem auf Unterhaltung, Spiele und einfach nutzbare Anwendungen für Verbraucher.

Das brachte zwar Nutzer, aber letztlich zu wenig Einnahmen, um das Netzwerk wirtschaftlich betreiben zu können.

Abstract kostet Igloo mehrere zehn Millionen Dollar

Laut CEO Luca Netz finanzierte Igloo Abstract rund eineinhalb Jahre lang. Die Verluste summierten sich auf mehrere zehn Millionen Dollar. Daraufhin beschloss das Unternehmen, kein weiteres Geld in das Netzwerk zu investieren.

Auch nach Verlusten von mehreren zehn Millionen Dollar wäre es noch möglich gewesen, einen Token herauszugeben oder ein ICO durchzuführen, schrieb Netz auf X. Das Unternehmen habe sich jedoch dagegen entschieden.

Bei einem ICO wird ein neuer digitaler Token verkauft, um Kapital für ein Kryptoprojekt einzuwerben. Igloo hätte auf diesem Weg frisches Kapital für Abstract beschaffen können, verzichtete aber darauf.

Das Unternehmen will seine finanziellen und personellen Ressourcen künftig vollständig auf Pudgy Penguins, die digitalen Sammlerstücke der Marke und den zugehörigen PENGU-Token konzentrieren.

Es sei nicht länger vertretbar gewesen, dem Geschäft mit Pudgy Penguins Ressourcen zu entziehen, erklärte Netz.

Nach Angaben des Teams waren mehrere Probleme für die Entscheidung ausschlaggebend. Das Wachstum von Abstract stagnierte, und auf den Handelsmärkten fehlte es an Liquidität. Auch das Interesse großer professioneller Marktteilnehmer blieb begrenzt.

Zudem entwickelte sich der Markt für dezentrale Finanzdienstleistungen (DeFi) kaum. DeFi umfasst Finanzdienstleistungen auf Blockchain-Basis, die nicht zwingend einen klassischen Vermittler wie eine Bank benötigen.

Millionen Nutzer reichten nicht aus

Trotz der finanziellen Probleme verzeichnete Abstract beachtliche Nutzungszahlen. Nach Angaben des Projekts verarbeitete das Netzwerk mehr als 325 Millionen Transaktionen. Rund vier Millionen Wallets nutzten Abstract.

Über dezentrale Handelsplattformen wurden rund sechs Milliarden Dollar umgesetzt. Unternehmen, die Anwendungen auf Abstract entwickelten, sollen zusammen zudem mehr als 40 Millionen Dollar Umsatz erzielt haben. Auch bekannte Marken wie Disney und Red Bull Racing waren im Ökosystem aktiv.

Hohe Aktivität bedeutet allerdings nicht automatisch hohe Einnahmen für das Blockchain-Netzwerk selbst.

Ein Spiel kann beispielsweise durch digitale Käufe Einnahmen erzielen, eine Handelsplattform durch Transaktionsgebühren. Das zugrunde liegende Blockchain-Netzwerk erhält nur einen Teil der im Ökosystem erwirtschafteten Einnahmen.

Zahlen von DefiLlama verdeutlichen diesen Unterschied. Abstract nahm innerhalb von 24 Stunden rund 3.900 Dollar an Netzwerkgebühren ein. Die Anwendungen auf dem Netzwerk erzielten im selben Zeitraum zusammen etwa 39.000 Dollar.

Die wirtschaftliche Aktivität auf Abstract führte somit nur begrenzt zu Einnahmen für das Netzwerk selbst.

Fokus auf Unterhaltung erweist sich als Schwachpunkt

Abstract verfolgte von Beginn an bewusst einen anderen Ansatz als viele konkurrierende Blockchains. Netz wollte, dass Entwickler sich vor allem auf Unterhaltung, Spiele und leicht zugängliche Anwendungen für Verbraucher konzentrieren.

Entwicklern, die Finanzanwendungen erstellen wollten, wurde sogar empfohlen, andere Netzwerke zu nutzen.

Für neue DeFi-Anwendungen seien Berachain oder Arbitrum die bessere Wahl, erklärte Netz damals. Abstract sei für solche Produkte nicht gedacht, da sich das Netzwerk auf Unterhaltung spezialisieren wolle.

Die klare Positionierung sollte Abstract von der Konkurrenz abheben. Letztlich erwies sie sich auch als Schwachpunkt. Trotz der Aufmerksamkeit zum Start zog das Netzwerk zu wenig Liquidität und Finanzaktivität an.

Inzwischen nennt das Team selbst den schwach entwickelten DeFi-Markt als eines der Defizite von Abstract.

Nach Blast stellt auch Abstract den Betrieb ein

Abstract ist nicht das einzige Ethereum-Netzwerk, das Schwierigkeiten hat, profitabel zu arbeiten. Auch das Layer-2-Netzwerk Blast kündigte an, seinen Betrieb einzustellen. Dort überstiegen die Betriebskosten ebenfalls die Einnahmen.

Blast hatte zuvor Einlagen von mehr als zwei Milliarden Dollar angezogen und Unterstützung von namhaften Investoren wie Paradigm erhalten. Das reichte jedoch nicht aus, um das Netzwerk langfristig wirtschaftlich zu betreiben.

Die Probleme bei Abstract und Blast zeigen eine Schwachstelle von Layer-2-Netzwerken. Hunderte Millionen Transaktionen und ein Handelsvolumen in Milliardenhöhe sagen für sich genommen wenig über die Einnahmen des Netzwerks aus.

Nutzer müssen Guthaben vor dem 15. Dezember abziehen

Nach Zahlen von DefiLlama lagen am Mittwoch noch Vermögenswerte im Umfang von rund 76 Millionen Dollar auf Abstract. Dabei handelt es sich um Vermögenswerte, die von anderen Blockchains auf das Netzwerk übertragen wurden.

Nutzer haben bis zum 15. Dezember Zeit, ihre Guthaben von Abstract abzuziehen. Dafür können sie den Migrationsdienst oder die Bridge des Netzwerks nutzen. Eine Bridge ist eine technische Verbindung, über die sich Coins von einer Blockchain auf eine andere übertragen lassen.

Nach Ablauf der Frist sind die auf Abstract verbliebenen Vermögenswerte nicht mehr zugänglich, warnt das Team.

Damit endet nach weniger als einem Jahr der Betrieb eines Netzwerks, das rund vier Millionen Wallets erreichte, mehr als 325 Millionen Transaktionen verarbeitete und ein Handelsvolumen in Milliardenhöhe verzeichnete. Für Igloo rechtfertigen diese Zahlen die nach eigenen Angaben erlittenen Verluste von mehreren zehn Millionen Dollar nicht.

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