Der argentinische Präsident Javier Milei steht massiv unter Druck, seit sein Name im Zusammenhang mit dem weltweiten LIBRA-Kryptoskandal aufgetaucht ist. Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Zuban Córdoba zeigt, dass es um sein öffentliches Ansehen schlecht steht.
Demnach haben ganze 57,6 % der Argentinier kein Vertrauen mehr in ihren Präsidenten. Und das, obwohl Milei einst als frischer, libertärer Wind in der argentinischen Politik galt.
Der LIBRA-Skandal
Der Imageschaden dreht sich um den LIBRA-Token – eine Memecoin, die nach einem Post von Milei auf X explosionsartig an Wert gewann und eine Marktkapitalisierung von 4,6 Milliarden US-Dollar erreichte. Kurz darauf brach der Kurs um 94 % ein, und Tausende Anleger blieben auf ihren Verlusten sitzen. Zwar beteuert Milei, dass er die Münze nicht beworben, sondern lediglich „eine Botschaft weitergegeben“ habe – dennoch laufen mittlerweile Klagen gegen ihn wegen mutmaßlichen Betrugs.

Der politische Schaden wird immer deutlicher. Nicht nur seine persönliche Beliebtheit sinkt, auch die allgemeine Zustimmung zu seiner Politik fiel von 47,3 % im November auf 41,6 % im März. „Die negative Stimmung wächst langsam, aber stetig“, so Zuban Córdoba.
Allerdings gehen die Meinungen auseinander. Eine andere Umfrage von Morning Consult zeigt, dass Milei weiterhin auf eine Zustimmungsrate von 62,4 % zählen kann – ein Hinweis auf eine stabile Unterstützerbasis in Teilen der Bevölkerung.
Rufe nach Amtsenthebung
Inzwischen meldet sich die Opposition lautstark zu Wort und fordert Mileis Amtsenthebung. Doch diese Forderungen scheinen derzeit politisch und rechtlich kaum Aussicht auf Erfolg zu haben.
Am bemerkenswertesten ist vielleicht: Trotz der ganzen Aufregung um den LIBRA-Kryptoskandal bleibt Mileis Partei La Libertad Avanza weiterhin führend in den Umfragen. Mit Blick auf die Wahlen im Oktober sprechen sich noch immer 36,7 % der Argentinier für die libertäre Partei aus – damit bleibt sie die stärkste Kraft. Die traditionellere Konkurrenz Unión por la Patria liegt mit 32,5 % knapp dahinter.
Es scheint also, als könne Milei trotz des politischen Sturms weiterhin auf eine treue Anhängerschaft bauen – doch es bleibt abzuwarten, wie lange das anhält, wenn der politische Druck weiter steigt.
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