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Polymarket will laut Financial Times 1 Milliarde US-Dollar einsammeln – bei einer Bewertung von mehr als 20 Milliarden US-Dollar.

Das ist bemerkenswert, weil die Plattform im vergangenen Oktober noch mit rund 8 Milliarden US-Dollar bewertet wurde. Im April folgte bereits eine neue Finanzierungsrunde bei einer Bewertung von 15 Milliarden US-Dollar.

Nun setzt Polymarket also noch einmal höher an. Das zeigt, welche Dynamik der Hype um Prognosemärkte entwickelt.

Wetten auf die Zukunft

Polymarket ist eine Plattform, auf der Nutzer mit dem Ausgang von Ereignissen handeln können.

Dabei kann es um Wahlen, Sportereignisse, Konjunkturdaten, Krankheitsausbrüche oder geopolitische Entwicklungen gehen. Statt Aktien kaufen Nutzer Kontrakte, die ausgezahlt werden, wenn ein bestimmtes Ereignis tatsächlich eintritt.

Befürworter sehen Prognosemärkte als Möglichkeit, kollektive Erwartungen sichtbar zu machen.

Wenn genügend Menschen Geld auf einen bestimmten Ausgang setzen, kann der Preis eines solchen Kontrakts Hinweise darauf geben, welche Wahrscheinlichkeit der Markt diesem Szenario beimisst. Das macht diese Plattformen für Anleger, Journalisten, Händler und politische Entscheidungsträger interessant.

Gleichzeitig sind sie heikel. Sobald echtes Geld auf politische, militärische oder gesellschaftliche Ereignisse gesetzt wird, stellen sich schnell Fragen nach Manipulation, Insiderwissen und Aufsicht.

Kalshi liegt vorn

Polymarket versucht, gegenüber dem Konkurrenten Kalshi wieder Boden gutzumachen. Kalshi nahm im Mai 1 Milliarde US-Dollar bei einer Bewertung von 22 Milliarden US-Dollar auf. Nach Daten von Dune wurden im Juni auf Kalshi Kontrakte im Wert von 41 Milliarden US-Dollar gehandelt.

Polymarket blieb mit rund 13 Milliarden US-Dollar deutlich dahinter zurück, verteilt auf die internationale Plattform und die regulierte US-Sparte.

Dieser Abstand ist entscheidend. Die Bewertungen steigen rasant, doch auch der Wettbewerb wird härter. Wer die Liquidität auf sich zieht, dürfte auch die besten Märkte, die meisten Nutzer und die stärksten Netzwerkeffekte gewinnen.

Wachstum bringt Probleme mit sich

Polymarket profitiert von Großereignissen wie der WM, steht aber zugleich unter erheblichem Druck.

Die Plattform hatte mit technischen Ausfällen, Kritik aus der Politik und zusätzlicher Aufmerksamkeit wegen mutmaßlichen Insiderhandels zu kämpfen. So wurde ein US-Soldat wegen Wetten im Zusammenhang mit einer geheimen Operation in Venezuela angeklagt. Auch in Frankreich sorgten verdächtige Wetten auf Temperaturmessungen in Paris für Aufsehen.

Polymarket erklärt, verdächtige Transaktionen zu überwachen und zu melden. Dennoch nimmt der regulatorische Druck zu. Die US-Aufsicht CFTC leitete kürzlich eine Untersuchung ein, nachdem Verbraucherschutzorganisationen wegen Bedenken über irreführende Werbung strengere Kontrollen gefordert hatten.

Polymarket professionalisiert sich rasch

Gleichzeitig versucht das Unternehmen, reifer zu werden.

Polymarket baut das Angebot aus, setzt stärker auf Sport und schloss Partnerschaften unter anderem mit der UFC und der italienischen Fußballliga Serie A. Zudem holte das Unternehmen neue Führungskräfte mit Erfahrung bei Fanatics und der New York Stock Exchange an Bord.

Die Belegschaft wuchs von einigen Dutzend Mitarbeitern Anfang 2025 auf fast 300 Beschäftigte.

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