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Bitcoin (BTC) erlitt in der vergangenen Nacht einen Schlag, den kaum jemand kommen sah. Während Europa schlief, rauschte der Kurs um mehr als fünf Prozent auf 86.000 Dollar nach unten. Der Auslöser? Eine unerwartete Zinsbewegung in Japan – genau zu dem Zeitpunkt, an dem der Kryptomarkt am verwundbarsten war.
Der Startschuss für den Crash kam aus unerwarteter Richtung: vom japanischen Anleihemarkt. Erstmals seit 2008 kletterte die Rendite zweijähriger Staatsanleihen über die Marke von 1 Prozent. Angestoßen wurde diese Bewegung durch Aussagen von BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda, der andeutete, dass in diesem Monat eine Zinserhöhung auf dem Tisch liegt.
Das mag nach einer Randnotiz klingen, ist für die Finanzmärkte aber eine große Sache. Jahrelang profitierten Anleger von den extrem niedrigen japanischen Zinsen, um mit geliehenem Geld in riskantere Anlagen zu investieren. Jetzt, da dieses „Gratisgeld“ verschwindet, werden diese Positionen zurückgefahren.
Bitcoin steht als „High-Beta-Asset“ häufig als Erstes unter Druck, wenn Risiko neu bepreist wird. Genau das ist passiert: In der Nacht zu Sonntag (Mitteleuropäische Zeit) brach der Kurs im Eiltempo durch wichtige Unterstützungsniveaus.
Das Timing machte den Rückgang besonders heftig. Die Nacht von Sonntag auf Montag ist traditionell die ruhigste Phase am Kryptomarkt. Orderbücher sind dann dünn, die Liquidität ist gering, und die US-ETF-Flows kommen zum Erliegen. Trifft in so einer Phase ein starker makroökonomischer Impuls auf den Markt, können die Kurse drastisch fallen.
Genau das ist eingetreten. Sobald der Bitcoin Kurs unter zentrale technische Unterstützungen rutschte, wurden Stop-Loss-Orders ausgelöst, gehebelte Positionen zwangsliquidiert und eine Kettenreaktion an Liquidationen in Gang gesetzt. Insgesamt wurden Long-Positionen im Wert von 646 Millionen Dollar liquidiert, wie Daten von TokenPost zeigen.
Als wäre das nicht genug, wurde zudem eine Sicherheitslücke im DeFi-Sektor bekannt. Ein Hacker konnte über eine Schwachstelle bei Yearn Finance Krypto-Vermögenswerte in Millionenhöhe erbeuten. Die Meldung schlug ein wie eine Bombe – vor allem bei Anlegern, die auf Rendite-Plattformen wie Lido oder Aave unterwegs sind.
Der Verkaufsdruck sprang im Eiltempo von DeFi auf den breiteren Kryptomarkt über. Und weil Bitcoin häufig als Liquiditätsquelle dient, geriet auch der BTC Kurs weiter unter Druck.
Anleger halten vorerst die Luft an. Nun richtet sich der Blick auf den Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve am 10. Dezember. Ein weniger straffes Signal könnte für Entspannung sorgen. Bis dahin gilt jedoch: Risiko wird neu bewertet – und Bitcoin bekommt das als Erstes zu spüren.
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