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Der Ölpreis ist am Donnerstag deutlich gefallen, obwohl die Spannungen im Nahen Osten anhalten. Anleger sorgen sich zunehmend über eine nachlassende weltweite Ölnachfrage. Diese Bedenken wiegen derzeit schwerer als das Risiko neuer Angebotsausfälle.

Dennoch bleibt die Lage äußerst unsicher. Die Schifffahrt rund um die Straße von Hormus und den Golf von Oman ist weiterhin beeinträchtigt, zudem kam es in dieser Woche erneut zu Angriffen auf Schiffe. Die Stimmung am Ölmarkt kann daher schnell kippen.

Schwächere Nachfrage setzt Ölpreis unter Druck

Die US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) fiel am Donnerstag um mehr als zwei Prozent auf rund 81,30 Dollar je Barrel. Brent verlor 1,8 Prozent und sank auf etwa 87,40 Dollar.

Ein wichtiger Grund ist der eingetrübte Ausblick für die weltweite Ölnachfrage. Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) fällt die Nachfrage in diesem Jahr stärker zurück als bislang erwartet.

Gleichzeitig bleibt auch die Angebotsseite gestört. Die IEA verweist auf die anhaltenden Folgen der Probleme rund um die Straße von Hormus, eine zentrale Route für den globalen Ölhandel. Im Juli lag das weltweite Ölangebot nach Angaben der Organisation noch rund 6,3 Millionen Barrel pro Tag unter dem Niveau des Vorjahres.

Die IEA warnt, dass neue Kampfhandlungen und Probleme in der Schifffahrt eine vollständige Erholung des Angebots erschweren. Der Ölmarkt steht damit vor einer ungewöhnlichen Kombination: geringere Nachfrage bei zugleich anfälligem Angebot.

Neue Angriffe halten Risiko steigender Preise hoch

Die geopolitischen Risiken sind unterdessen nicht verschwunden. In dieser Woche wurden erneut Schiffe im Golf von Oman und im Roten Meer angegriffen. Jede weitere Eskalation könnte die Ölversorgung erneut beeinträchtigen und die Preise rasch nach oben treiben.

Auch vor der Küste Omans gibt es Probleme. Ein Öltanker, der Ende Juni auf Grund gelaufen war, verliert inzwischen Öl. Laut Reuters hatte das Schiff rund 800.000 Barrel russisches Öl geladen und steht unter internationalen Sanktionen.

Das ausgelaufene Öl hat inzwischen das Festland erreicht und bedroht ein empfindliches Naturgebiet. In der betroffenen Region leben unter anderem Arabische Buckelwale und Sokotrakormorane.

Straße von Hormus bleibt entscheidend für den Ölpreis

Anleger beobachten vor allem die diplomatischen Gespräche über eine vollständige Wiederöffnung der Straße von Hormus. Es gibt Hinweise darauf, dass die Verhandlungen weiterlaufen. Nach Monaten der Kämpfe ist jedoch weiterhin unklar, wann sich die Schifffahrt vollständig normalisieren kann.

Nach Einschätzung von Christopher Tahir, Senior-Marktstratege bei Exness, könnte diese Unsicherheit den Ölpreis weiter stützen.

„Solange unklar bleibt, wann die Route vollständig wieder geöffnet wird, dürfte der Ölpreis Unterstützung finden. Der Markt ist ohnehin angespannt, und neue Rückschläge könnten die Preise erneut deutlich nach oben treiben.“

Der Ölpreis wird damit derzeit von zwei gegenläufigen Kräften bestimmt. Sorgen über eine schwächere Weltwirtschaft und eine sinkende Nachfrage lasten auf den Preisen, während die Spannungen rund um eine der wichtigsten Ölrouten der Welt das Risiko eines neuen Preissprungs aufrechterhalten.

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