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Die Spannungen im Nahen Osten sorgen für Unruhe auf den Finanzmärkten und ziehen verstärkt neue Händler in den Rohstoffmarkt. Besonders Öl steht plötzlich im Rampenlicht. Neue Plattformdaten zeigen, dass private Anleger massiv in den Energiemarkt einsteigen, während Gold als sicherer Hafen beliebt bleibt.
Die plötzliche Verschiebung zeigt, wie schnell Anleger reagieren, wenn geopolitische Risiken zunehmen und mögliche Störungen in der Ölversorgung drohen.
Laut Zahlen der Handelsplattform Capital.com stieg zu Beginn dieser Woche das Handelsvolumen in Öl sprunghaft an. Am Montag lag das Volumen mehr als sechsmal höher als üblich. Die Anzahl aktiver Ölhändler nahm an einem Tag um 276 Prozent zu.
Zudem strömten neue Anleger massiv in den Markt. Die Anzahl neuer Trader, die eine Ölposition eröffneten, stieg um mehr als 1.200 Prozent.
Gleichzeitig änderte sich die Stimmung unter den Anlegern. Während am Freitag noch etwas mehr als die Hälfte der Positionen optimistisch war, stieg dieser Anteil am Montag auf etwa 75 Prozent. Viele Händler setzen offensichtlich auf steigende Ölpreise aufgrund möglicher Lieferengpässe aus dem Nahen Osten.
Dadurch entwickelte sich Öl schnell zum zweitmeistgehandelten Instrument auf der Plattform und überholte mehrere große Währungspaare und Aktienindizes.
Neben Öl verzeichnen auch Edelmetalle einen starken Kapitalzufluss. Das Handelsvolumen in Gold stieg laut den Daten in kurzer Zeit um über hundert Prozent.
Die Anzahl der aktiven Goldhändler nahm um etwa 61 Prozent zu. Ungefähr zwei Drittel der Positionen sind long, was auf eine starke Nachfrage nach Schutz vor geopolitischer Unsicherheit hinweist.
Marktanalyst Kyle Rodda von Capital.com sieht darin keine Überraschung.
„Edelmetalle, insbesondere Gold, sind bei privaten Anlegern fast immer gefragt. Doch die aktuelle Unsicherheit im Zusammenhang mit Geopolitik, Handel und Wirtschaftspolitik hat das Interesse weiter verstärkt.“
Rodda zufolge ist die größte Veränderung derzeit im Energiemarkt zu beobachten. Anleger überdenken ihre Positionen aufgrund der Volatilität, die durch den Nahostkonflikt entsteht.
Nicht nur Rohstoffe reagieren auf die Spannungen. In Iran erlitt auch der Kryptomarkt einen erheblichen Rückschlag, nachdem die Regierung strenge Internetbeschränkungen eingeführt hatte.
Das Forschungsinstitut TRM Labs berichtet, dass die Internetverbindung im Land vorübergehend um etwa 99 Prozent gesunken ist. Dadurch hatten viele Händler kaum noch Zugang zu Kryptobörsen.
Zwischen Ende Februar und Anfang März brach das Handelsvolumen auf lokalen Plattformen um etwa 80 Prozent ein.
Sogar große Börsen hatten mit Problemen zu kämpfen. Die iranische Börse Wallex meldete eine Störung bei einem Rechenzentrum, das auch von der großen Plattform Nobitex genutzt wird. Laut Analysten zeigt dies, wie anfällig die Infrastruktur von Kryptoplattformen sein kann, wenn der Internetzugang eingeschränkt wird.
Die Spannungen wirken sich zudem auf den Finanzsektor in der Region aus. Dubai gilt seit Jahren als wichtiger Hub für internationale Broker und Kryptounternehmen. Doch jüngste iranische Raketenangriffe in der Nähe großer Handelsgebiete werfen Fragen zur Stabilität dieser Position auf.
Vorläufig reagieren Anleger vor allem durch eine Kapitalverlagerung in Märkte, die direkt von geopolitischer Unruhe profitieren, wie Öl und Gold.
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