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Nvidia-Chef Jensen Huang hat heute seinen ersten Beitrag auf der Social-Media-Plattform X veröffentlicht. Der CEO teilte einen offenen Appell, in dem ein großer Teil der US-Techbranche Washington auffordert, offenen KI-Modellen mehr Spielraum zu lassen.

Der Anlass: Die Trump-Regierung prüft offenbar, genau solche Modelle stärker zu regulieren.

Techkonzerne stellen sich hinter offene KI

Der Brief mit dem Titel „Offene Gewichte und Amerikas Führungsrolle bei KI“ wurde heute veröffentlicht und zählt rund 25 Unterzeichner. Neben Nvidia stehen unter anderem Meta, Microsoft, IBM, Dell und der Risikokapitalgeber Andreessen Horowitz unter dem Dokument.

Sie setzen sich für sogenannte Open-Weight-Modelle ein: KI-Modelle, die jeder herunterladen, anpassen und auf eigener Hardware betreiben darf. Dem Schreiben zufolge halten sie den Wettbewerb in Gang, senken die Kosten und verhindern, dass die Technologie in den Händen weniger Anbieter konzentriert bleibt.

„KI wird jede Branche verändern, jedes Unternehmen antreiben und in jedem Land entwickelt werden“, schrieb Huang zu seinem Debüt auf Elon Musks Social-Media-Plattform.

„Die Welt braucht sowohl geschlossene als auch offene Frontier-Modelle.“ Mit Letzteren meint er die derzeit leistungsfähigsten KI-Systeme.

Auffällig ist, wer fehlt: OpenAI, Google und Anthropic. Ausgerechnet die drei bekanntesten Entwickler geschlossener Modelle haben nicht unterschrieben.

Warum Jensen Huang jetzt Alarm schlägt

Huang und seine Mitstreiter melden sich zu Wort, weil das Weiße Haus erwägt, den Zugang in den USA zu offenen chinesischen Modellen einzuschränken. Modelle wie Kimi K3 von Moonshot AI können nach eigenen Angaben mit der US-Spitze mithalten und sind bei Entwicklern weltweit beliebt.

US-Finanzminister Scott Bessent warnte in dieser Woche bereits, chinesischen Unternehmen drohten Sanktionen, wenn sie „Destillationsangriffe im industriellen Maßstab“ durchführten.

Bei der Destillation trainiert ein Unternehmen sein eigenes Modell mit den Antworten eines anderen Modells. In dem Brief wird dies dagegen als gängige Methode beschrieben, die nicht mit Diebstahl verwechselt werden sollte.

Die Sorgen reichen weit in die Branche hinein. Fast 200 Start-ups und Investoren, organisiert in der Little Tech Association, hatten Präsident Donald Trump bereits gestern aufgefordert, offene chinesische Modelle nicht zu blockieren.

Sollte dennoch ein weitreichendes Verbot kommen, würde das nach Einschätzung von Suhail Doshi, Gründer des KI-Unternehmens Particle, ein Schlag für die Branche: „Hunderte Unternehmen würden sofort verschwinden.“

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