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Die US-Ölkonzerne ExxonMobil und Chevron haben erneut Milliardengewinne erzielt. Der Krieg im Nahen Osten und die Störungen rund um die Straße von Hormus trieben die Ölpreise und Raffineriemargen deutlich nach oben.

An den Märkten fielen die Reaktionen auf die Quartalszahlen dennoch unterschiedlich aus. Chevron übertraf die Erwartungen der Analysten, während ExxonMobil knapp darunter blieb.

Chevron profitiert deutlich von höheren Ölpreisen

Chevron meldete einen bereinigten Quartalsgewinn von 12 Milliarden Dollar, umgerechnet 6,06 Dollar je Aktie. Damit lag der Konzern klar über der durchschnittlichen Analystenerwartung von 5,56 Dollar je Aktie.

Es ist der höchste Gewinn seit mindestens sechs Jahren. Ausschlaggebend waren vor allem die höheren Ölpreise und außergewöhnlich starke Raffineriemargen. Der Brent-Ölpreis lag im zweiten Quartal im Schnitt gut 20 Prozent über dem Niveau der ersten drei Monate des Jahres. Die Einschränkungen für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus setzten den Energiemarkt zusätzlich unter Druck.

Auch operativ verzeichnete Chevron ein starkes Quartal. Die weltweite Produktion stieg auf 4 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag. In den USA erreichte die Förderung sogar einen Rekordwert von 2,08 Millionen Barrel pro Tag, vor allem dank des Wachstums im Permian Basin.

Zudem profitierte Chevron von einer Rekordproduktion in seinen Raffinerien. Die Downstream-Sparte erzielte einen Gewinn von 4,9 Milliarden Dollar, den höchsten Wert seit Beginn des Jahrzehnts. Dividende und Aktienrückkäufe blieben unverändert; für dieses Jahr peilt der Konzern weiterhin Rückkäufe im Volumen von 10 bis 20 Milliarden Dollar an.

ExxonMobil verdient mehr, enttäuscht aber die Wall Street

ExxonMobil erzielte mit 14,7 Milliarden Dollar zwar einen höheren Quartalsgewinn als Chevron, blieb jedoch knapp hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Der bereinigte Gewinn lag bei 3,52 Dollar je Aktie, während der Markt mit 3,60 Dollar gerechnet hatte.

Die Anleger reagierten umgehend. Im vorbörslichen Handel verlor die Aktie fast zwei Prozent, während Chevron zulegte.

Finanzchef Neil Hansen zufolge lag die Enttäuschung nicht an der operativen Entwicklung des Konzerns, sondern an den außergewöhnlich starken Schwankungen bei Ölpreisen und Raffineriemargen. CEO Darren Woods sprach von einem Quartal, das von Störungen geprägt gewesen sei, in dem aber die Umsetzung der Unternehmensstrategie im Vordergrund gestanden habe.

Die Produktion von ExxonMobil sank leicht auf 4,5 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag. Ein Teil der Förderung in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten steht wegen der Folgen des Konflikts im Nahen Osten weiterhin still. Dieser Rückgang wurde teilweise durch eine Rekordproduktion im Permian Basin ausgeglichen.

Auch das Raffineriegeschäft entwickelte sich stark. Dank einer Rekordproduktion von Diesel und hoher Auslastung an der US-Golfküste erzielte die Sparte einen Gewinn von 5,5 Milliarden Dollar. Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Verlust im Vorquartal.

Krieg bleibt wichtigster Gewinntreiber

Bei beiden Ölkonzernen war der Krieg im Nahen Osten der zentrale Treiber des Gewinnwachstums. Die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Energieversorgung transportiert wird, hielt die Ölpreise auf hohem Niveau.

Chevron fördert vergleichsweise wenig im Nahen Osten und profitiert daher vor allem vom höheren Ölpreis. ExxonMobil leidet dagegen weiterhin unter Produktionsausfällen in der Region.

Beide Unternehmen schütten derweil über Dividenden und Aktienrückkäufe Milliarden an ihre Aktionäre aus. ExxonMobil kaufte im vergangenen Quartal eigene Aktien im Wert von 5,1 Milliarden Dollar zurück und zahlte 4,3 Milliarden Dollar an Dividenden aus. Chevron wendete für diese Programme 3 Milliarden beziehungsweise 3,5 Milliarden Dollar auf.

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