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Die Sandisk-Aktie (SNDK) hat sich binnen eines Jahres zu einem der auffälligsten Gewinner an der US-Börse entwickelt. Die enorme Nachfrage nach Speicher für künstliche Intelligenz hat dem Unternehmen einen außergewöhnlichen Schub gegeben. Anleger, die früh eingestiegen sind, konnten den Wert ihrer Investition dadurch massiv steigern.

Die entscheidende Frage lautet inzwischen nicht mehr, ob Sandisk von der KI-Welle profitiert, sondern wie lange das aktuelle Wachstumstempo durchzuhalten ist. Die Aussichten für den Speichermarkt bleiben stark, während die Bewertung der Aktie bemerkenswerterweise weiterhin unter dem Durchschnitt des Technologiesektors liegt.

KI treibt starkes Wachstum bei Sandisk

Sandisk ist vor allem als Hersteller von NAND-Flashspeicher bekannt. Dieser Speichertyp wird unter anderem genutzt, um große Datenmengen in Rechenzentren zu speichern. Genau dort ist die Nachfrage zuletzt durch den raschen Ausbau der KI-Infrastruktur stark gestiegen.

Das Unternehmen blickt zudem auf eine besondere Börsengeschichte zurück. Western Digital übernahm Sandisk im Jahr 2016, entschied sich Anfang 2025 jedoch für eine Abspaltung. Seitdem ist Sandisk wieder als eigenständiges Unternehmen an der Börse notiert.

Diese Rückkehr kam zu einem günstigen Zeitpunkt. Große Technologieunternehmen investieren immer mehr Geld in Rechenzentren und weitere Infrastruktur, die für künstliche Intelligenz benötigt wird. Den zitierten Prognosen zufolge dürften ihre gemeinsamen KI-Investitionen in diesem Jahr auf rund 750 Milliarden Dollar steigen. Im kommenden Jahr könnten sie sogar in Richtung 1 Billion Dollar gehen.

Sandisk profitiert davon unmittelbar. Im Geschäftsjahr 2026 stieg der Umsatz um 175 Prozent auf 20,2 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie sprang zugleich von 2,99 Dollar auf 70,88 Dollar.

Auch die Margen verbesserten sich deutlich. Im vorangegangenen Geschäftsjahr hatte die Marge noch bei rund 30 Prozent gelegen. Inzwischen beträgt sie 71,5 Prozent.

Vorstandschef Sanjay Mehrotra sieht in der Entwicklung der KI einen strukturellen Wandel für seine Branche. Zudem stehe diese Entwicklung aus seiner Sicht noch am Anfang.

Speicherengpässe könnten länger anhalten

Nicht nur die Nachfrage wächst rasant. Auch das knappe Angebot spielt Sandisk in die Karten. Durch den schnellen Ausbau von KI-Rechenzentren ist weltweit ein Mangel an bestimmten Speichertypen entstanden.

Das Analysehaus Counterpoint erwartet, dass die Engpässe bis 2027 und möglicherweise darüber hinaus anhalten könnten. Das dürfte Herstellern wie Sandisk helfen, weiterhin höhere Preise durchzusetzen.

Auch Apple-Chef Tim Cook hatte zuvor betont, wie außergewöhnlich die Lage am Speichermarkt ist. Er sprach von einem Ereignis, wie es nur einmal in hundert Jahren vorkomme, und machte damit deutlich, wie ungewöhnlich die aktuellen Marktbedingungen sind.

Für Sandisk ist das vorteilhaft, solange die Nachfrage größer bleibt als das verfügbare Angebot. Höhere Speicherpreise können Umsatz und Gewinn weiter stützen, insbesondere wenn Technologieunternehmen ihre Investitionen in KI-Rechenzentren weiter erhöhen.

Sandisk-Aktie mit Potenzial – doch 2.900 Prozent bleiben unrealistisch

Trotz des enormen Anstiegs der Sandisk-Aktie wirkt die Bewertung auf den ersten Blick nicht extrem. Der Quelle zufolge wird die Aktie mit etwa dem Zwanzigfachen des Gewinns der vergangenen zwölf Monate gehandelt. Im breiteren Technologiesektor liegt dieser Durchschnitt bei rund dem 35-Fachen des Gewinns.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Sandisk günstig ist. Der aktuelle Gewinn wird durch außergewöhnlich hohe Speicherpreise und erhebliche Engpässe gestützt. Wenn das Angebot irgendwann wieder zunimmt oder die Nachfrage nach KI-Infrastruktur nachlässt, könnten die Margen unter Druck geraten.

Darin liegt auch der wichtigste Unterschied zwischen den vergangenen zwölf Monaten und den kommenden drei Jahren. Die Kombination aus eigenständiger Börsennotierung, schnell steigenden Speicherpreisen und massiven KI-Investitionen sorgte für außergewöhnliche Rahmenbedingungen.

Die Analyse kommt deshalb zu dem Schluss, dass Sandisk in den kommenden Jahren weiter wachsen kann. Anleger sollten jedoch nicht mit einer Wiederholung des Kursanstiegs von rund 2.900 Prozent rechnen. Dafür war das vergangene Jahr schlicht zu außergewöhnlich.

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