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Die Vereinigten Staaten erwägen den Einsatz der „Mutter aller Bomben“ gegen Iran. Das berichtete CNN in der Nacht. Die gewaltige Bombe soll einen unpopulären Krieg mit einem demonstrativen Schlag beenden. Insider bezweifeln jedoch, dass sie die wichtigsten Ziele überhaupt treffen kann.

Donald Trump versprach einen kurzen Krieg, doch die Kämpfe dauern bereits seit mehr als sieben Monaten an. Der seit Längerem sehr hohe Ölpreis treibt die Anleiherenditen nach oben und belastet damit die Finanzmärkte.

USA erwägen Einsatz der „Mutter aller Bomben“ gegen Iran

Der US-Präsident ließ das Militär zusätzliche Angriffsoptionen gegen Iran ausarbeiten. Die Pläne umfassen zahlreiche Ziele im iranischen Energiesektor und sehen auch den Einsatz der GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast (MOAB) vor, der schwersten nicht nuklearen Bombe im US-Arsenal.

Nach Angaben einer zweiten Quelle wird die Bombe auch in Plänen für Angriffe auf Atomanlagen wie Pickaxe Mountain ausdrücklich genannt. In dem Berg lagert Teheran nach Angaben der USA und Israels Komponenten seines Atomprogramms.

Hinter den Plänen steht vor allem politischer Druck. Nach mehr als sieben Monaten amerikanischer Luftangriffe ist der Krieg äußerst unpopulär. Zugleich bereiten sich die Republikaner auf die Zwischenwahlen am 3. November vor.

Der hohe Ölpreis verschärft Trumps Probleme. Ein Barrel der Nordseesorte Brent, der internationalen Referenz für Rohöl, kostet seit Längerem mehr als 100 Dollar. Je länger das so bleibt, desto größer ist das Risiko, dass sich der Ölpreisanstieg auf die übrige Wirtschaft überträgt.

Der Brent-Ölpreis seit Beginn des Iran-Kriegs.
Der Brent-Ölpreis seit Beginn des Iran-Kriegs. – Quelle: TradingView

Erste Anzeichen dafür gibt es bereits. Gestern fiel die US-Kerninflation, bei der Energie und Lebensmittel ausgeklammert werden, etwas höher aus als erwartet. Das löste massive Verluste an den Finanzmärkten aus.

Teheran erhöht unterdessen den Druck. Zwei iranische Regierungsvertreter sagten diese Woche gegenüber Reuters, Iran greife verstärkt Schiffe im Umfeld der Straße von Hormus an, damit der Ölpreis vor den Wahlen nicht sinke.

Auch die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen sind aktiv. Am Dienstag traf eine ihrer Raketen die Zentrale des saudi-arabischen Ölkonzerns Saudi Aramco.

Trump versprach am vergangenen Donnerstag, bis zu den Wahlen keine weiteren Angriffe durchzuführen. Kurz zuvor hatte das Pentagon das Militär noch angewiesen, die Vorbereitungen für neue Kampfeinsätze abzuschließen, wie Axios berichtete.

Laut CNN wissen seine Berater nicht, ob diese Zusage Bestand hat. Das Weiße Haus erklärte lediglich, Trump halte sich alle Optionen offen, um sicherzustellen, dass Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange.

Für die Einschüchterung entwickelt

Die „Mutter aller Bomben“ wiegt rund 9.800 Kilogramm und detoniert über dem Boden, sodass sich die Druckwelle in alle Richtungen ausbreitet. Quellen zufolge kann sie auf diese Weise eine Fläche von der Größe von neun Häuserblöcken verwüsten.

Pickaxe Mountain ist jedoch vermutlich durch Granitschichten geschützt, die die Bombe wohl nicht durchdringen kann. Eine mit der militärischen Planung vertraute Quelle äußerte sich dazu gegenüber CNN:

Die MOAB eigne sich vor allem für die psychologische Kriegsführung und könne große Flächen zerstören. Darüber hinaus sei ihr Nutzen begrenzt. Als tief eindringender Sprengkopf sei sie ausdrücklich nicht konzipiert.

Das entspricht dem ursprünglichen Zweck der Bombe. Das Militär entwickelte sie während des Irakkriegs vor allem für die psychologische Kriegsführung: Die gewaltige Explosion sollte gegnerische Truppen zur Kapitulation bewegen.

Demonstrativer Angriff als Ausweg aus dem Iran-Krieg

Nach Angaben einer vierten Quelle hat das Pentagon Optionen ausgearbeitet, die vor allem auf einen spektakulären Angriff abzielen. Dieser soll Trump einen Ausweg eröffnen, selbst wenn die Angriffe seine ursprünglichen Kriegsziele verfehlen.

Ein Plan sieht den Einsatz der „Mutter aller Bomben“ unmittelbar vor dem Rückzug der US-Truppen aus dem Zuständigkeitsbereich von CENTCOM vor, dem US-Regionalkommando für den Nahen Osten. Damit könnte Trump den Sieg für sich beanspruchen und zugleich die Soldaten nach Hause holen.

Der Rückzug könnte früher beginnen als erwartet. In wenigen Wochen steht ein turnusmäßiger Wechsel der US-Truppen in der Region an. Einem Regierungsvertreter zufolge könnte ein Teil der abziehenden Soldaten dann nicht ersetzt werden.

Gleichzeitig ist ein dritter US-Flugzeugträger auf dem Weg in den Nahen Osten. Er könnte die Region bereits Ende Oktober erreichen, gut eine Woche vor den Wahlen.

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