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Elon Musk sorgt mit SpaceX für Unruhe am US-Aktienmarkt. Das Raumfahrtunternehmen will mit seinem Satellitennetz Starlink eine größere Rolle im Mobilfunk spielen.
Anleger fürchten, dass etablierte Telekommunikationsunternehmen dadurch Kunden und Einnahmen verlieren. Mehrere Analysten halten diese Sorgen jedoch für überzogen und sehen gerade jetzt attraktive Anlagechancen.
SpaceX arbeitet an einer Technologie, mit der sich Smartphones direkt mit Satelliten verbinden können. Nutzer hätten damit auch dort Empfang, wo herkömmliche Mobilfunkmasten fehlen. Die Sorgen verstärkten sich, nachdem SpaceX Mobilfunkfrequenzen von der Investmentgesellschaft Grain Management übernommen hatte.
Die Ankündigung setzte Telekomaktien unter Druck. In der Folge verloren Verizon, AT&T und T-Mobile am 9. Oktober im Schnitt elf Prozent ihres Börsenwerts. Ihre Aktien notierten damit durchschnittlich rund 26 Prozent unter ihrem jeweiligen Höchstkurs des Vorjahres.
Citi-Analyst Michael Rollins hält es dennoch für verfrüht, die etablierten Telekommunikationsunternehmen abzuschreiben. Der Aufbau eines vollwertigen Mobilfunknetzes dauere Jahre und koste Milliarden Dollar. Zudem benötige SpaceX zusätzliche Infrastruktur am Boden. Eine Zusammenarbeit mit bestehenden Mobilfunkanbietern könnte deshalb näherliegen als direkte Konkurrenz.
T-Mobile gehört nach Einschätzung von Analysten zu den Unternehmen, deren Aktien möglicherweise zu stark abgestraft wurden. Der Mobilfunkanbieter verfügt über ein Frequenzspektrum von rund 400 Megahertz, SpaceX dagegen nur über etwa 80 Megahertz. Dieser Unterschied verschafft T-Mobile einen wichtigen Vorteil bei der Bereitstellung von Mobilfunkkapazitäten.
Für T-Mobile wird in den kommenden zwei Jahren zudem ein durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum von rund 24 Prozent erwartet. Zugleich soll die Aktie nur mit etwa dem Elffachen des erwarteten Gewinns bewertet sein. Diese Kombination macht das Unternehmen der Analyse von Barron’s zufolge attraktiv.
Auch AT&T steht im Fokus. Das Unternehmen legte besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen vor, dennoch verlor die Aktie 6,4 Prozent. Citi-Analyst Rollins setzt das Kursziel bei 28 Dollar an, JPMorgan-Analyst Sebastiano Petti bei 31 Dollar. Rollins zufolge entspricht sein Kursziel einem Erholungspotenzial von rund 33 Prozent.
Die Verunsicherung erfasst auch Betreiber von Mobilfunkmasten. Crown Castle besitzt in den USA mehr als 40.000 solcher Masten. Satelliten können zwar die Mobilfunkabdeckung erweitern. Wo viele Menschen gleichzeitig eine Verbindung benötigen, bleiben Mobilfunkmasten jedoch wichtig.
Bernstein-Analyst Madison Rezaei sieht deshalb Erholungspotenzial bei Crown Castle und nennt ein Kursziel von 92 Dollar. Die Aktie bietet zudem eine Dividendenrendite von rund 4,9 Prozent.
Auch Viasat wird als mögliche Anlagechance genannt. Das Satellitenunternehmen konzentriert sich unter anderem auf Kommunikationsdienste für Behörden und den Verteidigungssektor. William-Blair-Analyst Louie DiPalma schätzt den Wert des Unternehmens auf rund 20 Milliarden Dollar. Dem steht ein aktueller Unternehmenswert von etwa 13 Milliarden Dollar gegenüber.
Bei AST SpaceMobile fallen die Kursbewegungen noch stärker aus. Die Aktie soll seit einem früheren Höchststand von über 130 Dollar rund 70 Prozent verloren haben. Deutsche-Bank-Analyst Bryan Kraft bleibt dennoch optimistisch und nennt ein Kursziel von 93 Dollar.
AST SpaceMobile entwickelt wie SpaceX eine Technologie, mit der sich Smartphones direkt mit Satelliten verbinden können. Die Unternehmen konkurrieren damit auf einem Markt, der sich noch in der Entwicklung befindet. Wie schnell Satellitenverbindungen herkömmliche Mobilfunknetze ergänzen oder ersetzen können, bleibt vorerst offen.
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