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Morgan Stanley wertet den starken Ausverkauf südkoreanischer Aktien als neue Einstiegschance. Die Bank hob ihre Einschätzung für Südkorea auf „Overweight“ an und sieht für den Kospi ein Kursziel von 9.000 Punkten. Vom aktuellen Niveau aus entspräche das einem Plus von rund 36 Prozent.
Das ist bemerkenswert, denn die koreanische Börse hat gerade eine massive Korrektur hinter sich.
Der Kospi verlor seit seinem Hoch im Juni mehr als 30 Prozent. Besonders stark traf es Samsung Electronics und SK Hynix, die beiden wichtigsten südkoreanischen Titel im Geschäft mit KI-Chips.

Nach Einschätzung von Morgan Stanley ist der Rückgang vor allem technischer Natur.
Strategen um Daniel Blake gehen davon aus, dass der Markt inzwischen mehr als die Hälfte des Abbaus gehebelter Positionen hinter sich hat. Dabei geht es um gehebelte ETFs, Hedgefonds-Positionen und Wertpapierkredite privater Anleger.
Der Verkaufsdruck geht der Bank zufolge nicht vollständig auf schlechtere Fundamentaldaten zurück, sondern vor allem auf Zwangsverkäufe und den Abbau von Leverage.
Dieser Unterschied ist entscheidend. Wenn Anleger verkaufen, weil die Gewinnaussichten fundamental einbrechen, ist das etwas anderes, als wenn sie Positionen abbauen müssen, weil diese zu stark fremdfinanziert sind.
Morgan Stanley sieht gerade in diesem technischen Druck eine Kaufchance.
Die Einschätzung von Morgan Stanley stützt sich stark auf Samsung und SK Hynix.
Beide Unternehmen sind für die globale KI-Lieferkette zentral, vor allem durch Speicherchips und High-Bandwidth-Memory. Trotz der jüngsten Kursverluste stützen sie nach Ansicht der Bank weiterhin die Bewertung des koreanischen Marktes.
Das bedeutet nicht, dass die Volatilität vorbei ist. Am Montag verlor der Kospi erneut 4,41 Prozent, nachdem der Index am Freitag noch um 18 Prozent zugelegt hatte. Samsung fiel um gut 8 Prozent, SK Hynix verlor 7,51 Prozent.

Solche Bewegungen zeigen, wie empfindlich der Markt inzwischen auf KI-Stimmung, Leverage und Gewinnmitnahmen reagiert.
Morgan Stanley sieht auch außerhalb der großen Chipwerte Chancen. Die Bank nennt Industrieunternehmen, Rüstung und Finanzwerte als Sektoren, die profitieren könnten. Damit ist der südkoreanische Markt breiter aufgestellt als nur über Samsung und SK Hynix.
Dennoch bleibt KI der Kern der Geschichte. Südkorea zählt dank seiner Chipindustrie zu den wichtigsten Märkten der globalen KI-Infrastruktur. Bleibt der Investitionszyklus bei Rechenzentren, Cloud und Speicherchips intakt, könnte sich der Kospi deutlich erholen.
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