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Die US-Börsenfutures zeigen am Donnerstag eine vorsichtige Erholung, nachdem Wall Street am Vortag durch den Zinsentscheid der Federal Reserve deutlich unter Druck geraten war.

Dow-Futures legten um 24 Punkte zu, während die Futures auf den S&P 500 und den Nasdaq 100 um 0,16 beziehungsweise 0,32 Prozent stiegen. Vor allem die starken Quartalszahlen von Microsoft geben dem Technologiesektor wieder etwas Rückenwind.

Die Erholung folgt auf einen der schwächsten Börsentage der vergangenen Monate. Der Dow Jones verlor am Mittwoch 1.153 Punkte, ein Minus von 2,19 Prozent und der stärkste Rückgang seit April 2025.

Der S&P 500 gab um 1,52 Prozent nach, der Nasdaq verlor 1,74 Prozent. Damit liegt der Technologieindex inzwischen mehr als zehn Prozent unter seinem Intraday-Rekord.

Microsoft überzeugt, Meta enttäuscht

Die Quartalszahlen der größten Technologieunternehmen sorgen an Wall Street für eine klare Zweiteilung. Microsoft gewann im nachbörslichen Handel fast acht Prozent, gestützt durch erneut starkes Wachstum der Cloudplattform Azure.

Der Konzern zeigte damit, dass sich die Milliardeninvestitionen in künstliche Intelligenz zunehmend in Umsatz- und Gewinnwachstum niederschlagen.

Meta verlor dagegen 7 Prozent nach einem schwächeren Umsatzausblick. Der Markt akzeptiert KI-Ausgaben weiterhin, verlangt dafür aber sichtbare Ergebnisse. Microsoft zeigt, dass hohe Investitionen mit Gewinnwachstum einhergehen können. Meta muss hingegen beweisen, dass die Kosten die Profitabilität nicht zu stark belasten.

Damit wird der KI-Trade selektiver. Nicht jedes Unternehmen erhält für höhere Investitionsausgaben noch automatisch Vorschusslorbeeren.

Fed lässt Zins unverändert, doch der Markt reagiert nervös

Die Federal Reserve ließ den Leitzins am Mittwoch unverändert, dennoch reagierte der Markt negativ.

Vor allem die langen Renditen zogen deutlich an. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg im asiatischen Handel auf rund 4,70 Prozent. Die Rendite 30-jähriger Anleihen kletterte auf 5,23 Prozent, nachdem sie am Mittwoch den höchsten Stand seit 2007 erreicht hatte.

Amerikaanse 10-jaarsrente naar hoogste niveau sinds januari 2025.
Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf höchstem Stand seit Januar 2025. Quelle: TradingView

Für Aktien ist das belastend. Höhere lange Renditen drücken Bewertungen, erhöhen die Kapitalkosten und mindern den heutigen Wert künftiger Gewinne. Für KI-Unternehmen ist das besonders relevant, weil die Branche enorme Investitionen in Chips, Rechenzentren, Energie und Infrastruktur benötigt.

Strategen zufolge bleibt die Fed vorerst in abwartender Haltung, doch bei der Zinssitzung im September ist eine Zinserhöhung nicht ausgeschlossen. Das gilt vor allem, wenn die Inflation ein Problem bleibt, wonach es derzeit aussieht.

Heute stehen erneut wichtige Daten an

Am Donnerstag erhalten Anleger neue Zahlen zu Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, Inflation und Wirtschaftswachstum. Besonders wichtig ist die PCE-Inflation. Ökonomen rechnen mit einer Gesamtinflation von 3,7 Prozent und einer Kerninflation von 3,3 Prozent.

Zudem geht die Berichtssaison weiter. Amazon, Apple und Coinbase veröffentlichen nach Börsenschluss ihre Ergebnisse.

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