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Die Meta-Aktie legte am Mittwoch zunächst deutlich zu und gab die Gewinne kurz darauf wieder ab. Auslöser war der Vergleich über die Folgen sozialer Medien für Kinder. US-Bundesstaaten hatten Facebook und Instagram vorgeworfen, Jugendliche gezielt an ihre Bildschirme zu binden. Dieses große juristische Risiko ist nun vom Tisch.
Kurz vor Handelsbeginn lag Meta noch mehr als 5 Prozent im Plus. Nach der Nachricht geriet der Kurs jedoch deutlich unter Druck.
In der Spitze notierte die Aktie bei rund 598 Dollar, eine halbe Stunde später waren es nur noch 562 Dollar. Der Kurs schwankt derzeit stark und liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei gut 568 Dollar.

Meta einigte sich mitten in dem Verfahren, das vor gut einer Woche vor einem Gericht in Oakland begonnen hatte. Laut den Gerichtsunterlagen zahlt der Konzern bis zu 16,68 Milliarden Dollar an eine Gruppe von 29 US-Bundesstaaten.
Angeführt wurde die Klage von Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey. Die Bundesstaaten warfen Meta vor, Funktionen wie Endlos-Scrollen und Likes eingesetzt zu haben, um Kinder möglichst lange auf Facebook und Instagram zu halten.
Zudem soll der Konzern die Sicherheit seiner Apps positiver dargestellt haben, als sie tatsächlich war. Hinzu kommt der Vorwurf, Meta habe Daten von Nutzern unter 13 Jahren ohne gültige Zustimmung der Eltern gesammelt. Ein Schuldeingeständnis ist mit dem Vergleich nicht verbunden.
Die Summe klingt zunächst nach einem schweren Schlag. Gemessen an dem, was im Raum stand, relativiert sich das Bild: Die Bundesstaaten hatten rund 200 Milliarden Dollar gefordert, Meta selbst hatte in einem Extremszenario mit 1,4 Billionen Dollar gerechnet, also 1.400 Milliarden Dollar.
Der Vergleich entspricht damit gut 8 Prozent der ursprünglichen Forderung. Das ist ungefähr ein Quartalsgewinn: Im zweiten Quartal erzielte Meta einen Nettogewinn von 15,85 Milliarden Dollar.
Allein Kalifornien könnte 1,5 bis 2,1 Milliarden Dollar erhalten. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers muss die Einigung noch genehmigen. Danach verzichten alle Parteien auf Rechtsmittel.
Meta begrenzt die Nutzung für US-Jugendliche unter 18 Jahren auf zwei Stunden pro Tag und sperrt die Apps zwischen Mitternacht und 6.00 Uhr. Benachrichtigungen werden abends und nachts abgeschaltet.
Auch das Endlos-Scrollen wird unterbrochen. Funktionen, die Psychologen mit negativen Selbstvergleichen in Verbindung bringen, darunter Schönheitsfilter und sichtbare Likes, werden eingeschränkt. Ein unabhängiger Kontrolleur überwacht die Umsetzung fünf Jahre lang.
Rob Bonta, Generalstaatsanwalt von Kalifornien, bezeichnete die Vereinbarungen als weitreichend. Meta habe umfassenden Änderungen zugestimmt, die das Schadensrisiko durch seine Plattformen verringern sollten; die Umsetzung solle innerhalb weniger Monate erfolgen, erklärte er.
Die Maßnahmen treffen den wirtschaftlichen Kern von Meta: die Nutzerbindung. Je länger Nutzer scrollen, desto mehr Werbung kann der Konzern ausspielen und verkaufen.
Weniger Bildschirmzeit bei Teenagern bedeutet auf längere Sicht geringere Werbeeinnahmen. Dieser Effekt taucht in keiner Quartalszahl auf.
Zudem stellt Meta über zehn Jahre 18 Milliarden Dollar für die Online-Sicherheit von Jugendlichen bereit. Im dritten Quartal verbucht der Konzern eine juristische Belastung von 10 Milliarden Dollar, hält jedoch an der im Juli ausgegebenen Gewinnprognose fest.
Und der Rechtsstreit ist nicht beendet. Schulbezirke und einzelne Teenager führen weiterhin Tausende Verfahren, von denen ein Teil im Oktober vor Gericht kommt.
Einigen sich auch Snap, TikTok und YouTube mit den Bundesstaaten, steigt das Gesamtpaket auf 17,1 Milliarden Dollar, berichtet The New York Times.
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