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Mastercard will den weltweiten Einsatz von Stablecoins deutlich ausweiten. Der Zahlungskonzern hat eine neue Plattform vorgestellt, über die Unternehmen traditionelle Währungen und digitale Coins in einem einzigen System verwalten können. Die Technologie des übernommenen Unternehmens BVNK soll internationale Zahlungen einfacher und schneller machen. Damit rückt der Einsatz von Kryptowährungen im alltäglichen Zahlungsverkehr näher.
Mit der neuen Plattform Mastercard Global Money Platform will Mastercard Unternehmen die bislang aufwendige Verwaltung unterschiedlicher Geldformen erleichtern.
International tätige Unternehmen müssen häufig mehrere Banken und Zahlungsdienstleister nutzen. Das kostet Zeit und kann zusätzliche Kosten verursachen. Mastercard will diese Dienste nun auf einer Plattform bündeln.
Über das System können Unternehmen Konten in verschiedenen Währungen verwalten, Geld direkt umtauschen und internationale Zahlungen abwickeln. Außerdem können sie Zahlungskarten anbieten, die mit Stablecoins verknüpft sind.
Stablecoins sind digitale Coins, deren Wert in der Regel an eine traditionelle Währung wie den US-Dollar gekoppelt ist. Ihr Wert soll dadurch deutlich weniger schwanken als etwa der von Bitcoin (BTC).
Für die Entwicklung greift Mastercard auf die Technologie von BVNK zurück. Das auf Stablecoin-Zahlungen spezialisierte Unternehmen wurde den vorliegenden Angaben zufolge im August für 1,8 Milliarden US-Dollar übernommen.
Mastercard will diese Technologie mit seinem bestehenden weltweiten Zahlungsnetzwerk verbinden und so den Wechsel zwischen traditionellen Währungen und digitalen Coins erleichtern.
Eine der wichtigsten Neuerungen: Unternehmen können Stablecoins für internationale Überweisungen nutzen, ohne dass der Empfänger selbst Kryptowährungen besitzen muss.
Die Abwicklung erfolgt über Mastercard Move, den bestehenden Dienst des Unternehmens für internationale Geldtransfers.
Will beispielsweise ein US-Unternehmen einen Lieferanten in den Niederlanden bezahlen, kann es dafür Stablecoins einsetzen. Der Betrag wird anschließend in Euro umgerechnet und dem niederländischen Bankkonto gutgeschrieben.
Für den Empfänger ändert sich dabei im Grunde wenig. Er erhält wie gewohnt Euro und muss keine digitale Wallet einrichten.
Für Unternehmen kann das ein wichtiger Vorteil sein. Internationale Zahlungen laufen derzeit häufig über mehrere Banken und Zwischenstellen. Das kann zusätzliche Kosten verursachen und die Abwicklung verzögern.
Mastercard will diesen Prozess vereinfachen, indem es traditionelle Währungen und Stablecoins direkt miteinander verknüpft.
Die Ziele sind ehrgeizig: Nach Angaben des Unternehmens soll Mastercard Move bis 2027 mehr als 40 Währungen in über 200 Ländern und Gebieten unterstützen.
Mastercard beschränkt sich nicht auf internationale Überweisungen. Der Konzern will auch Zahlungen mit Stablecoins im stationären Handel erleichtern.
Über das bestehende Akzeptanznetz können Nutzer ihre digitalen Guthaben bei angeschlossenen Händlern ausgeben. Darüber hinaus unterstützt Mastercard in mehr als 130 Ländern die Ausgabe von Zahlungskarten, die mit Stablecoins verknüpft sind.
Die Händler müssen dafür nicht selbst Kryptowährungen akzeptieren. Die Zahlung kann über das bestehende Mastercard-Netzwerk abgewickelt werden, während der Kunde auf sein Stablecoin-Guthaben zurückgreift.
Damit will Mastercard eine wesentliche Hürde für den Einsatz von Stablecoins beseitigen.
Auf dem Kryptomarkt spielen Stablecoins bereits eine große Rolle. Sie werden unter anderem genutzt, um Geld zwischen Handelsplattformen zu transferieren und vorübergehend Wert zu sichern, ohne den starken Kursschwankungen anderer Kryptowährungen ausgesetzt zu sein.
Außerhalb der Kryptowelt sind sie bislang weniger verbreitet. Mit Zahlungskarten und internationalen Überweisungen will Mastercard das ändern.
Den vorliegenden Angaben zufolge nutzen bereits mehrere Finanzunternehmen die neue Plattform. Dazu zählen der Zahlungsdienstleister Nuvei und Marqeta, ein Technologieanbieter für die Ausgabe von Zahlungskarten.
Auch Ontop, Bolt Group und Almond FinTech gehören zu den angeschlossenen Unternehmen.
Über eine einzige technische Schnittstelle können sie verschiedene Finanzdienstleistungen in ihre eigenen Anwendungen integrieren. Welche Funktionen sie nutzen, entscheiden die Unternehmen selbst.
Davon können vor allem Unternehmen profitieren, die in mehreren Ländern tätig sind.
Mastercard sieht zudem Potenzial für automatisierte Zahlungen. Digitale Systeme können dabei selbstständig Transaktionen ausführen, sobald bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
Ein Unternehmen könnte beispielsweise einen Lieferanten automatisch bezahlen, sobald eine Bestellung ausgeliefert wurde.
Raj Dhamodharan, bei Mastercard für Blockchain und digitale Vermögenswerte verantwortlich, betrachtet die Verknüpfung unterschiedlicher Geldformen als einen wichtigen Baustein für die Zukunft des Zahlungsverkehrs.
Das Vorhaben ist Teil der übergeordneten Strategie von Mastercard, traditionelle Währungen und digitale Zahlungsmittel miteinander zu verbinden. Der Konzern richtet sich dabei nicht nur an den Kryptomarkt, sondern auch an Banken, Zahlungsdienstleister und Unternehmen, die weltweit Geld überweisen.
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