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Die Stimmung an der Wall Street gegenüber ASML wird immer optimistischer. Bank of America und Bernstein haben ihre Kaufempfehlungen für den niederländischen Chipausrüster bestätigt und sehen trotz der kräftigen Rally des vergangenen Jahres weiterhin erhebliches Aufwärtspotenzial.
Bank of America setzt das Kursziel bei 2.831 Dollar an, umgerechnet rund 2.435 Euro. Bernstein liegt mit 2.859 Dollar, etwa 2.459 Euro, noch etwas höher. Vom aktuellen Niveau aus hätte die ASML-Aktie damit noch knapp 60 Prozent Luft nach oben.
Der wichtigste Grund für den Optimismus ist der weltweite KI-Boom. Die milliardenschweren Investitionen in künstliche Intelligenz erfordern immer leistungsfähigere Chips – und damit auch die hochentwickelten Anlagen von ASML.
Die hohen Kursziele fallen auf, denn die ASML-Aktie ist binnen zwölf Monaten bereits um rund 146 Prozent gestiegen. Der Börsenwert des niederländischen Chipkonzerns ist dadurch auf etwa 612 Milliarden Euro geklettert.
Bank of America sieht dennoch erheblichen Spielraum für weiteres Wachstum. Nach Einschätzung der Bank wird die Marktstellung des Unternehmens umso stärker, je wichtiger moderne Lithografie für die Produktion der neuesten Chipgenerationen wird.
Dass mehrere gut finanzierte Start-ups an alternativen Lithografietechnologien arbeiten, wertet die Bank daher nicht unmittelbar als Bedrohung. Für die Analysten zeigt dies vor allem, welche zentrale Bedeutung diese Technologie inzwischen für die Chipindustrie hat.
Mit seinen EUV-Anlagen verfügt ASML in diesem Markt über eine Schlüsselposition. Die Systeme werden für die Herstellung einiger der weltweit fortschrittlichsten Prozessoren und Speicherchips benötigt.
Das kommt ASML entgegen, da Chipkonzerne wie TSMC und Intel zweistellige Milliardenbeträge in neue Fabriken investieren. Je stärker die Nachfrage nach modernen KI-Chips steigt, desto wichtiger wird die Ausrüstung, mit der diese Chips produziert werden.
Bernstein begründet sein hohes Kursziel vor allem mit deutlich höheren Erwartungen an den Absatz von EUV-Anlagen.
Für 2027 rechnet das Analysehaus inzwischen mit 91 ausgelieferten Systemen, nach zuvor 86. Für 2028 fällt die Anpassung deutlich größer aus: Die Prognose wurde von 87 auf 113 EUV-Anlagen angehoben.
Auch längerfristig bleiben die Erwartungen hoch. Bernstein geht davon aus, dass der Umsatz mit EUV-Systemen im Schnitt um rund 30 Prozent pro Jahr wachsen und 2030 bei 42,7 Milliarden Euro liegen kann. Das wäre gut 30 Prozent mehr als die durchschnittliche Erwartung an der Wall Street.
Die Analysten rechnen damit, dass ASML deutlich stärker von den weltweiten Investitionen in KI-Infrastruktur profitiert, als derzeit im Marktkonsens unterstellt wird.
Auch die Gewinnerwartungen ziehen inzwischen kräftig an. Die durchschnittliche Prognose für den Gewinn je Aktie wurde in den vergangenen 30 Tagen um rund 25 Prozent angehoben. Im Vergleich zum Vorjahr liegt sie sogar fast 60 Prozent höher.
Für Bernstein ist das ein Grund, auch eine höhere Bewertung der ASML-Aktie zu rechtfertigen. Das Analysehaus erhöhte den für die Aktie angesetzten Gewinnmultiplikator von 35 auf 40.
Trotz des massiven Kursanstiegs hält Bernstein ASML im Vergleich zu anderen Herstellern von Ausrüstung für die Chipindustrie weiterhin für relativ attraktiv bewertet. Die Kombination aus steigenden Gewinnerwartungen und einem deutlich höheren erwarteten Absatz von EUV-Anlagen bildet die Grundlage für das Kursziel von umgerechnet rund 2.459 Euro.
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