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Kunden haben innerhalb eines Tages Kryptowährungen im Wert von rund 463 Millionen Dollar von Bitget abgezogen. Der starke Mittelabfluss folgt auf den Hack der vergangenen Woche, bei dem Angreifer 388 Millionen Dollar erbeuteten.

Die Abhebungen nehmen zu, seit Bitget seinen Kunden schrittweise wieder Zugriff auf ihre Guthaben gewährt. Für die Kryptobörse ist das unmittelbar ein neuer Vertrauens test.

Rekordabflüsse bei Bitget nach Hack

In den 24 Stunden bis Dienstag zogen Kunden netto rund 463 Millionen Dollar von Bitget ab. Nach Daten von DefiLlama ist das der größte Nettoabfluss innerhalb eines Tages, seit die Plattform vor vier Jahren mit der Erfassung der Reserven von Kryptobörsen begonnen hat.

Die Abflüsse setzten ein, nachdem Bitget Abhebungen wieder teilweise freigegeben hatte. Bitcoin konnte seit Montag wieder ausgezahlt werden, später folgten Ethereum und USDT. Weitere Coins sowie Dienste für Fiatwährungen und den direkten Handel zwischen Nutzern sollen nach Angaben der Börse am 2. Oktober folgen.

Bitget verfügt derzeit über Reserven von rund 5,7 Milliarden Dollar. Innerhalb nur eines Tages wurde damit ein Betrag abgezogen, der gut acht Prozent der aktuellen Reserven entspricht.

Bitget zufolge ist die schrittweise Wiederaufnahme der Abhebungen eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme. Die Börse betont, die Einschränkungen seien nicht auf eine Unterdeckung von Kundengeldern zurückzuführen.

Schutzfonds fällt unter 200 Millionen Dollar

Auch der Schutzfonds, mit dem Bitget Kunden nach dem Hack beruhigen wollte, ist deutlich geschrumpft. Vor dem Angriff bezifferte Bitget den Wert des Fonds auf rund 464 Millionen Dollar. Inzwischen liegen auf den drei zugehörigen Wallets weniger als 200 Millionen Dollar.

Nach Angaben von Unternehmenschefin Gracy Chen wird der Fonds genutzt, um die finanziellen Folgen des Hacks abzufedern. Bitget will den Fonds mit eigenen Mitteln wieder auf mehr als 300 Millionen Dollar auffüllen. Das soll innerhalb einer Woche geschehen.

Inzwischen gibt es auch mehr Klarheit darüber, wie die Angreifer zuschlagen konnten. Laut Chen lag die Schwachstelle in Sicherheitssoftware eines externen Anbieters. Dadurch gelangten die Angreifer an interne Zugangsdaten und konnten betrügerische Auszahlungsanfragen an das Wallet-System von Bitget senden.

Diese Transaktionen umgingen die bestehenden Sicherheitskontrollen. Bitget zufolge waren nur Teile der Hot Wallets und Warm Wallets betroffen. Die Private Keys und Cold Wallets blieben nach Angaben des Unternehmens außerhalb der Reichweite der Angreifer.

Unterdessen laufen die Ermittlungen zu den Tätern weiter. Bitget arbeitet dabei mit der Google-Tochter Mandiant und dem Blockchain-Sicherheitsunternehmen SlowMist zusammen.

Chen hatte zuvor auf Hinweise verwiesen, die auf eine Beteiligung Nordkoreas hindeuten könnten. Auch externe Sicherheitsforscher sehen laut Bloomberg Anzeichen für eine mögliche nordkoreanische Verbindung.

Ob Nordkorea tatsächlich hinter dem Angriff steckt, ist bislang jedoch nicht geklärt. Chen betont, es handele sich um vorläufige Hinweise, die weiter untersucht würden.

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