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Ein Kryptohändler, der in diesem Jahr mit Wetten auf fallende Kurse zig Millionen Dollar verdient hatte, ist von der plötzlichen Erholung am Kryptomarkt hart getroffen worden. Seit zwei Monaten setzte der Händler mit einer großen Short-Position auf einen Rückgang des Ethereum-Kurses (ETH). Als der Markt gestern plötzlich drehte, wurde die Position binnen Sekunden zum Problem.
Die Wallet mit dem Namen pension-usdt.eth hatte über die dezentrale Handelsplattform Hyperliquid eine Short-Position von rund 50.000 Ethereum aufgebaut. Damit setzte der Händler auf einen Rückgang des Ethereum-Kurses.
Lange Zeit ging diese Strategie auf. Die Wallet zählte in diesem Jahr zu den erfolgreichsten Short-Händlern und verdiente rund 49 Millionen Dollar mit Wetten auf fallende Kryptokurse.
Im Juni brachte eine Short-Position über 60.000 Ethereum knapp 6 Millionen Dollar ein. Im selben Monat kamen mit einem Bitcoin-Short (BTC) weitere 3,6 Millionen Dollar hinzu.
Gestern Abend drehte die Stimmung am Kryptomarkt abrupt. Ethereum liegt auf 24-Stunden-Sicht um fast 20 Prozent höher bei 2.280 Dollar, während der Bitcoin-Kurs um rund 11,5 Prozent auf 71.800 Dollar gestiegen ist.
Der Kursanstieg wurde vor allem vom US-Finanzministerium angetrieben, das den Kauf zusätzlicher lang laufender Staatsanleihen ankündigte. Das drückt die langfristigen Renditen und kann den Dollar schwächen, was Risikoanlagen wie Kryptowerten in der Regel zugutekommt. Auch positive Äußerungen von Donald Trump beim Krypto-Gipfel im Weißen Haus gaben dem Markt zusätzlichen Rückenwind.
Für den Händler hatte der kräftige Kursanstieg bei Ethereum gravierende Folgen. Seine Short-Position wurde automatisch liquidiert und innerhalb von zwölf Sekunden über fünf Zwangstransaktionen geschlossen.
Bei einer solchen Liquidation muss Ethereum zurückgekauft werden, um die Short-Position zu schließen. Das erzeugt zusätzliche Nachfrage und kann den Kurs weiter nach oben treiben. Dadurch geraten anschließend auch andere Händler mit Short-Positionen unter Druck; weitere Liquidationen können folgen.
Dieser Effekt wird als Short Squeeze bezeichnet. Der steigende Kurs löst Liquidationen aus, während diese Liquidationen den Kurs zusätzlich nach oben treiben können.
Für die letzten 1.417 Ethereum der Position stand schließlich nicht genug Liquidität bereit, sodass ein Fonds von Hyperliquid die Position übernahm.
Die missglückte Position kostete den Händler fast 24 Millionen Dollar. Damit war innerhalb weniger Sekunden etwa die Hälfte des Gewinns weg, den die Wallet zuvor mit Short-Positionen erzielt hatte.
Die Wallet war allerdings nicht das größte Opfer der Rally. Auf Hyperliquid wurde auch eine Bitcoin-Position im Volumen von 48,8 Millionen Dollar liquidiert.
Am gesamten Kryptomarkt wurden binnen 24 Stunden Short-Positionen im Wert von rund 2,99 Milliarden Dollar zwangsweise geschlossen. Es war damit die größte Liquidationswelle bei Shorts seit 2021.
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