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Krypto-Zahlungskarten, mit denen Nutzer Stablecoins ausgeben können, kommen zunehmend bei gewöhnlichen Einkäufen zum Einsatz. Im August wurden über diese Karten mehr als 1 Milliarde Dollar abgewickelt – ein neuer Rekord. Auch die Zahl der Zahlungen und der aktiven Nutzer erreichte einen Höchststand.
Konkret geht es um Karten, mit denen sich Stablecoins wie USDC in Geschäften ausgeben lassen, die herkömmliche Zahlungskarten akzeptieren. Auffällig ist, dass die Nutzung stark zunimmt, während die gesamte Umlaufmenge an Stablecoins sinkt.
Nach Daten von Paymentscan.xyz wurden im August über Zahlungskarten mit Stablecoin-Unterstützung 1,076 Milliarden Dollar abgewickelt. Es war der zweite Monat in Folge, in dem das Zahlungsvolumen über der Marke von 1 Milliarde Dollar lag.
Insgesamt wurden rund 10,67 Millionen Zahlungen erfasst. Auch die Zahl der aktiven Adressen stieg von 261.000 auf mehr als 283.000. Im Schnitt wurden pro Kauf etwa 100,80 Dollar ausgegeben.
Das Wachstum erklärt sich damit nicht allein durch höhere Beträge pro Zahlung. Auch die Nutzerbasis wächst, und es werden mehr einzelne Zahlungen abgewickelt.
RedotPay ist derzeit der größte Anbieter in diesem Markt. Über die Plattform wurden im August rund 390,1 Millionen Dollar abgewickelt, was mehr als einem Drittel des gesamten erfassten Volumens entspricht. RedotPay verarbeitete mehr als 6,34 Millionen Zahlungen.
Eine Zahlung über RedotPay lag im Schnitt bei etwa 61,50 Dollar. Das ist deutlich weniger als der Marktdurchschnitt von 100,80 Dollar. Dies könnte darauf hindeuten, dass Nutzer die Karte vergleichsweise häufig für kleinere Einkäufe einsetzen. Gemessen am monatlichen Zahlungsvolumen folgen EtherFi und KAST.
Auch Zahlen anderer Anbieter zeigen, dass Krypto-Zahlungskarten immer häufiger für alltägliche Ausgaben genutzt werden. Dazu zählen Supermarkteinkäufe, Restaurants, Taxifahrten, Essenslieferungen und Online-Abonnements.
Bei Kraken zahlen Nutzer mit der Krak Card inzwischen im Schnitt 8,3-mal pro Woche. Das ist mehr als doppelt so häufig wie vor einem Jahr. Fast 60 Prozent der Ausgaben entfallen auf Geschäfte und andere Formen des Einzelhandels.
Auch Binance verzeichnet eine zunehmende Nutzung. In Brasilien lag die durchschnittliche Nutzerzahl im zweiten Quartal 2026 um 53 Prozent höher als in dem Quartal, in dem die Karte eingeführt wurde. Das durchschnittliche Zahlungsvolumen stieg im selben Zeitraum um 80 Prozent.
Auch große Zahlungsunternehmen stellen sich auf diese Entwicklung ein. Visa betreibt inzwischen mehr als 160 Stablecoin-Kartenprogramme oder entwickelt sie derzeit. Mastercard unterstützt seit Juni die Abwicklung von Zahlungen mit mehreren Stablecoins, darunter USDC und RLUSD.
Das Wachstum ist umso bemerkenswerter, weil der gesamte Stablecoin-Markt geschrumpft ist. Laut DefiLlama sind derzeit Stablecoins im Wert von rund 304 Milliarden Dollar im Umlauf. Das sind 3,6 Prozent weniger als zum Höchststand im Mai.
Dennoch werden über Krypto-Zahlungskarten so viele Zahlungen abgewickelt wie nie zuvor. Das könnte darauf hindeuten, dass Stablecoins zunehmend für den Zweck genutzt werden, der sie ursprünglich attraktiv machte: als digitales Geld, das tatsächlich ausgegeben werden kann.
Im Vergleich zu traditionellen Zahlungskarten ist der Markt allerdings noch sehr klein. Würde das Zahlungsvolumen vom August zwölf Monate lang konstant bleiben, käme der Sektor auf rund 12,9 Milliarden Dollar pro Jahr. Über traditionelle Zahlungskarten werden weltweit jährlich mehr als 20 Billionen Dollar abgewickelt.
Zudem entfallen auf die drei größten Anbieter zusammen 55,6 Prozent des Zahlungsvolumens. Die Zahlen des Marktführers RedotPay wurden außerdem vom Unternehmen selbst bereitgestellt und lassen sich nicht direkt über Blockchain-Transaktionen überprüfen.
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