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Die Kryptobörse Phemex hat ihren monatlichen Proof of Reserves für April 2026 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die Plattform 131 Prozent aller Kundenguthaben als Reserve hält. Das bedeutet, dass Phemex mehr besitzt, als es den Nutzern schuldet.
Die Deckung variiert je nach Coin. Bitcoin (BTC) liegt bei 133 Prozent, Ethereum (ETH) bei fast 142 Prozent und Solana (SOL) bei über 155 Prozent. Der Stablecoin USDT nähert sich mit 104 Prozent am ehesten der Grenze einer vollständigen Deckung, bleibt aber deutlich darüber.
Ein Reserveverhältnis von über 100 Prozent bedeutet, dass eine Börse theoretisch jederzeit alle Nutzer auszahlen kann. Nach dem Zusammenbruch von FTX im Jahr 2022 war dies ein wichtiger Schwachpunkt in der Branche, woraufhin immer mehr Börsen begannen, derartige Zahlen zu veröffentlichen.
Phemex verwendet einen sogenannten Merkle-Baum, um die Reserven zu verifizieren. Dies ist eine kryptografische Technik, die es einzelnen Nutzern ermöglicht zu überprüfen, ob ihr Guthaben in die gesamten Verpflichtungen der Plattform einbezogen wurde, ohne dass dafür persönliche Daten offengelegt werden müssen.
Es bietet eine Form der Transparenz, ist jedoch keine vollständig unabhängige Prüfung. Die Zahlen werden von Phemex selbst veröffentlicht und nicht von einer externen Partei verifiziert. Dies ist ein wichtiger Unterschied, den Nutzer beachten sollten.
Phemex veröffentlicht den Proof of Reserves monatlich. Damit folgt die Börse einem wachsenden Trend in der Branche. Nach dem FTX-Debakel fordern Nutzer und Aufsichtsbehörden zunehmend Einblick, wie Börsen mit Kundenguthaben umgehen.
Andere große Börsen wie Binance und OKX veröffentlichen ebenfalls regelmäßig ihre Reserven. Ob diese Veröffentlichungen ausreichen, um das Vertrauen nachhaltig wiederherzustellen, bleibt umstritten, solange es keine brancheneinheitlichen standardisierten Prüfungen gibt.
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