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Am Mittwoch fand ein geheimes Treffen zwischen der New York Federal Reserve und Wall-Street-Banken statt. Auslöser: alarmierende Signale am Markt für kurzfristige Kredite, auch als Repo-System bekannt. Warum musste diese Runde so eilig stattfinden?
John Williams, Präsident der New York Federal Reserve, rief eilig große Banken und Finanzinstitute zusammen. Auslöser waren beunruhigende Signale aus dem Repo-System der Zentralbank – ein Mechanismus, der normalerweise für Ruhe am Markt sorgen soll.
Über dieses System können Banken blitzschnell Liquidität beschaffen, indem sie kurzfristige Kredite gegen solide Sicherheiten wie Staatsanleihen aufnehmen. Die Idee ist simpel: heute leihen, morgen zurückzahlen. Doch etwas läuft schief. Statt Stabilität tauchen im System nun Stresssignale auf.
Für diese Kredite zahlen Banken Zinsen. Sie liegen meist unter dem Zinssatz, den die Zentralbank für reguläre Kredite anpeilt. In letzter Zeit ist der Repo-Zins jedoch mehrfach über den Zielzins gestiegen. Ein klares Zeichen für angespannte Liquidität im Repo-System.
Solche Signale wurden bereits 2018 und 2019 beobachtet, als es ebenfalls eine deutliche Liquiditätsknappheit am Markt gab.
Die Ursache liegt im jahrelangen Kurs der Zentralbank selbst. Durch den Abbau ihrer Bilanz und die Verringerung der Reserven steht schlicht weniger Geld für die Ausleihe zur Verfügung. Das treibt die Zinsen nach oben, weshalb Banken das System lieber meiden.
Hinzu kommt, dass Banken zurückhaltend sind, weil die Teilnahme am System als Schwäche gewertet werden könnte. Niemand will, dass Kunden vermuten, ihre Bank stecke in Geldnot. Obwohl die Namen der Nutzer erst nach zwei Jahren offengelegt werden, ist das Reputationsrisiko real.
Die Zentralbank will dennoch, dass Institute das System weiter nutzen. Nur so kann sich der Zins stabilisieren und das System seine Aufgabe erfüllen. Laut Williams funktioniert es wie vorgesehen, müsse aber aktiver genutzt werden, um wirksam zu bleiben.
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