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Die Nervosität bei KI-Aktien nimmt rasch zu. Abseits davon zeichnet sich jedoch eine bemerkenswerte Entwicklung ab.

Während die Nasdaq und viele KI-Aktien deutlich nachgeben, legte der Dow Jones gestern um 1,1 Prozent zu. Der Russell 2000 und der gleichgewichtete S&P 500 gewannen jeweils 1,4 Prozent.

Anleger ziehen sich also nicht in großem Stil aus Aktien zurück. Sie schichten ihr Kapital um.

Warnsignale vom Kreditmarkt

Die größten Sorgen bereitet derzeit der Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank von gut 5,30 Prozent auf unter 5,10 Prozent – obwohl die Erzeugerpreise höher ausfielen als erwartet.

Gleichzeitig steigen die Finanzierungskosten für risikoreichere KI-Unternehmen deutlich. CoreWeave musste diese Woche für seine Anleihen fast 16 Prozent Zinsen bieten. Diese Diskrepanz ist entscheidend.

Anleger sind weiterhin bereit, Geld zu verleihen. Sie prüfen allerdings deutlich kritischer, wem sie es zur Verfügung stellen.

Warum sollten sie auch hohe Risiken eingehen, wenn US-Staatsanleihen bereits rund fünf Prozent Rendite bieten?

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Höhere Zinsen könnten KI-Investitionen bremsen

Für Unternehmen, die Milliarden für den Bau von Rechenzentren benötigen, ist das ein ernstes Problem. Je höher die Zinsen, desto teurer wird der Aufbau neuer Infrastruktur.

Das könnte letztlich den gesamten Investitionszyklus im KI-Sektor verlangsamen – mit Folgen für Chiphersteller und andere Zulieferer.

Auch der Druck auf Anthropic passt in dieses Bild. Die mögliche Bewertung beim Börsengang soll von rund zwei Billionen auf 1,5 Billionen Dollar gesunken sein. Zugleich lässt das Umsatzwachstum nach.

Umschichtungen als positives Signal

Die Anleger verkaufen unterdessen nicht wahllos. Stattdessen fließt Kapital in kleinere Unternehmen, den Gesundheitssektor und andere Branchen, die weniger stark von KI abhängen.

Der Dow gewann in den vergangenen fünf Tagen rund 1,7 Prozent, während der Nasdaq 100 gut drei Prozent verlor. Das ist eine gesündere Marktentwicklung, als wenn sämtliche Aktien gleichzeitig fallen.

Kreditmarkt bleibt entscheidend

Sinkende Anleiherenditen sind nicht automatisch eine gute Nachricht. Gehen sie zurück, weil Anleger wirtschaftliche Probleme erwarten, könnte die Erleichterung nur von kurzer Dauer sein.

Zum wichtigsten Gradmesser wird deshalb der Kreditmarkt. Sinken die Staatsanleiherenditen weiter, während die Finanzierungskosten für schwache Unternehmen steigen, wird Kapital für finanzstarke Unternehmen günstiger, für die übrigen dagegen teurer. Genau das könnte darüber entscheiden, wie lange der Bullenmarkt noch anhält.

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