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XRP könnte nach Einschätzung von Ripple-Veteran David Schwartz eines Tages größer werden als Bitcoin (BTC). Der frühere CTO von Ripple hält ein solches „Flippening“ für möglich – allerdings vor allem, weil XRP extrem stark wachsen müsste, nicht weil Bitcoin einbricht.
Schon eine einfache Rechnung zeigt, wie ambitioniert dieses Szenario ist. XRP kommt derzeit auf einen Marktwert von etwa 89 Milliarden Dollar, Bitcoin auf rund 1,58 Billionen Dollar. BTC ist damit noch fast achtzehnmal so groß.
Bei rund 62,3 Milliarden XRP im Umlauf müsste ein XRP etwa 25 Dollar kosten, um den aktuellen Marktwert von Bitcoin zu erreichen. Ausgehend von einem Kurs von etwa 1,42 Dollar entspräche das einem Anstieg von mehr als 1.600 Prozent.
Und das gilt nur, wenn Bitcoin auf der Stelle tritt. Steigt BTC in der Zwischenzeit weiter, wandert die Messlatte für XRP automatisch nach oben.
Historisch betrachtet ist der Gedanke weniger abwegig, als er heute klingt. Anfang 2018 kam XRP Bitcoin überraschend nahe. Am 1. Januar lag der Marktwert von Bitcoin bei 229 Milliarden Dollar, XRP kam auf 92,6 Milliarden Dollar. XRP hatte damals also bereits gut 40 Prozent von Bitcoins Marktwert erreicht.
Ripple baut seine Finanzinfrastruktur unterdessen konsequent weiter aus. Das Unternehmen konzentriert sich auf internationale Zahlungen, Verwahrung, Tokenisierung, institutionellen Handel und seine Stablecoin Ripple USD (RLUSD). Zudem investiert Ripple in Unternehmen, die traditionelle Finanzanlagen auf die Blockchain bringen.
Dabei ist eine Unterscheidung entscheidend: Ripple, der XRP Ledger und XRP sind drei verschiedene Dinge.
XRP ist der native Coin des XRP Ledgers. Der Token wird für Transaktionsgebühren genutzt und kann als Brückenwährung dienen, um etwa verschiedene Währungen direkt gegeneinander zu tauschen. Ripple sieht XRP zudem als Baustein für Liquidität, Zahlungen und künftige Kreditmärkte.
Doch nicht jeder Erfolg von Ripple führt automatisch zu Nachfrage nach XRP. RLUSD kann etwa selbst für Zahlungen und Abwicklung eingesetzt werden. Auch andere tokenisierte Vermögenswerte können direkt über den XRP Ledger transferiert werden.
Für einen ernsthaften Angriff auf Bitcoin müsste daher mehr passieren als Wachstum bei Ripple allein. XRP selbst müsste im Ökosystem in deutlich größerem Umfang für Liquidität, Zahlungen und Handel genutzt werden. Das wäre ein gewaltiger Sprung. Anfang 2018 zeigte XRP allerdings bereits, wie schnell sich die Kräfteverhältnisse am Kryptomarkt verschieben können.
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