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Südkorea macht erneut einen großen Schritt in Richtung eines regulierten Stablecoin-Markts. Der Technologiekonzern Kakao und der Stablecoin-Emittent Circle wollen gemeinsam Zahlungen mit an den südkoreanischen Won gekoppelten Stablecoins ermöglichen.

Damit bündeln die größte Technologieplattform des Landes und einer der weltweit größten Stablecoin-Emittenten ihre Kräfte – noch bevor der gesetzliche Rahmen für diesen Markt steht.

Zahlungen mit Stablecoins sollen schneller vorankommen

Zu Kakao gehören unter anderem der populäre Messenger KakaoTalk, der Zahlungsdienst Kakao Pay und die Kakao Bank. Gemeinsam mit Circle, dem Emittenten des Stablecoins USD Coin (USDC), hat der Konzern eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Die Unternehmen prüfen, wie sich Circles Blockchain-Infrastruktur und internationale Zahlungsnetzwerke in die Finanzdienste und Verbraucherplattformen von Kakao integrieren lassen.

Im Mittelpunkt der Kooperation stehen Stablecoin-Zahlungen, grenzüberschreitende Überweisungen, die Zahlungsabwicklung für Händler sowie Schnittstellen zwischen klassischen Finanzsystemen und Blockchain-Netzwerken.

Zudem prüfen die Unternehmen, ob sich Finanzprodukte tokenisieren und über Blockchain-Technologie verwalten lassen. Zu konkreten Produkten oder einem Starttermin wurden bislang keine Angaben gemacht.

Südkorea arbeitet an neuem Stablecoin-Gesetz

Die Zusammenarbeit kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Die südkoreanische Regierung arbeitet an einem Rechtsrahmen, der Klarheit über die Ausgabe und Nutzung von an den Won gekoppelten Stablecoins schaffen soll.

Mit den neuen Regeln will die Regierung Innovation fördern, zugleich sollen Emittenten strengere Vorgaben bei Reserven, Verbraucherschutz und Aufsicht erfüllen.

Mehrere Gesetzesentwürfe liegen inzwischen vor. Sie enthalten unter anderem Anforderungen an die Ausgabe von Stablecoins, die Verwaltung von Sicherheiten und die interne Kontrolle bei den emittierenden Unternehmen.

In Politik und Finanzbranche Südkoreas wird unterdessen darüber gestritten, wer solche Stablecoins künftig ausgeben darf. Die Bank of Korea hält es für notwendig, dass Banken eine Mehrheitsbeteiligung an Stablecoin-Emittenten halten, weil dies aus Sicht der Zentralbank für die Finanzstabilität entscheidend ist.

Die Financial Services Commission vertritt eine andere Linie. Nach Einschätzung der Aufsichtsbehörde könnten zu strenge Zulassungsvorgaben den Wettbewerb einschränken und Innovation eher bremsen.

Große Finanzakteure warten nicht auf die Politik

Trotz der Debatte über die Gesetzgebung bereiten sich immer mehr südkoreanische Unternehmen bereits auf eine Zukunft vor, in der Stablecoins im Zahlungsverkehr eine wichtige Rolle spielen.

So startete die Internetbank Kbank im April gemeinsam mit Ripple einen Test, um internationale Geldtransfers über Blockchain-Technologie zu erproben. Einen Monat später schloss die KB Financial Group ein Pilotprojekt ab, bei dem Stablecoins für Zahlungen in Geschäften, internationale Überweisungen und Transaktionen über die Kaia-Blockchain eingesetzt wurden. Die Bank erklärte, sie sei bereit, solche Dienste auszurollen, sobald die neuen Regeln in Kraft treten.

Auch die südkoreanische Regierung hält an ihren Plänen fest. In der am 14. Juli vorgestellten Strategie für wirtschaftliches Wachstum wurde die Einführung des Digital Asset Basic Act als eines der wichtigsten politischen Ziele für die zweite Jahreshälfte 2026 genannt.

Überall dieselbe Frage: Banken oder Tech-Konzerne?

Die Debatte in Seoul steht nicht für sich allein. In Europa wurde rund um MiCA ein ähnlicher Konflikt ausgetragen, und in Washington blockiert genau diese Frage seit Monaten den CLARITY Act: Wer darf die neue Zahlungsinfrastruktur aufbauen, die etablierten Banken oder die Technologieunternehmen?

Für Kakao ist der Ausgang besonders wichtig, weil der Konzern in beiden Lagern steht. Er ist Technologieunternehmen und zugleich Eigentümer einer Bank. Je nachdem, wofür sich Seoul entscheidet, könnte Kakao künftig auf der richtigen oder auf der falschen Seite der Regulierung stehen.

Besonders ist der südkoreanische Fall wegen der möglichen Reichweite. Während Zahlungsinnovationen anderswo zunächst Nutzer gewinnen müssen, sind sie bei KakaoTalk längst auf der Plattform. Sollte ein Won-Stablecoin in eine App integriert werden, mit der nahezu das ganze Land täglich Nachrichten verschickt, wäre das kein Pilotprojekt mehr, sondern unmittelbar Teil des normalen Zahlungsverkehrs.

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