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Die Spannungen zwischen Banken und der Kryptowelt nehmen zu. JPMorgan Chase steht massiv in der Kritik, nachdem bekannt wurde, dass die Bank Konten von bekannten Bitcoin-Persönlichkeiten gekündigt hat und gleichzeitig vor Unternehmen warnte, die große Mengen Bitcoin halten. Als Reaktion darauf werden die Rufe nach einem Boykott immer lauter.
Der Streit entfachte, als Jack Mallers, Gründer der Bitcoin-Zahlungsplattform Strike, öffentlich machte, dass seine privaten Konten bei JPMorgan geschlossen worden waren. Mallers veröffentlichte auf X ein Foto des Kündigungsschreibens.
In der Bitcoin-Community schlug das ein wie eine Bombe. Mallers ist eine einflussreiche Stimme der Branche und spielte eine Schlüsselrolle bei der Einführung von Bitcoin in El Salvador. Für viele Anhänger wirkt der Schritt von JPMorgan daher nicht wie ein Einzelfall, sondern wie ein Frontalangriff auf alles, wofür die Kryptobewegung steht.
Parallel dazu veröffentlichte JPMorgan einen Research-Bericht, in dessen Mittelpunkt Michael Saylors Unternehmen Strategy steht. Nach Einschätzung der Bank trägt das Unternehmen ein erhebliches Risiko, falls der Indexriese MSCI beschließt, Firmen mit umfangreichen digitalen Vermögenswerten von seinen Listen zu streichen. In einem solchen Szenario könnten bis zu 8,8 Milliarden US‑Dollar an Kapital abfließen.
Strategy hält Schätzungen zufolge rund 650.000 Bitcoin, gekauft zu einem durchschnittlichen Preis von 66.000 bis 74.000 US‑Dollar. Gerät die Marktkapitalisierung des Unternehmens unter Druck, könnte das nicht nur Strategy treffen, sondern auch Schockwellen durch den breiteren Kryptomarkt schicken.
Die Kryptoszene ließ das nicht auf sich sitzen. Bekannte Namen wie Grant Cardone und Max Keiser forderten ihre Follower auf, ihre Bankgeschäfte bei JPMorgan zu beenden. Laut Beiträgen auf X haben inzwischen mehrere Personen ihre Konten bereits geschlossen.
Ob der Boykott wirklich an Fahrt gewinnt, ist noch offen. Sollte der Aufruf jedoch breite Unterstützung finden und viele Kunden abwandern, hätte das nicht nur das Potenzial für eine PR-Krise, sondern könnte sich auch spürbar in der Bilanz der Bank niederschlagen.
Was mit der Schließung eines einzelnen Kontos begann, hat sich zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung zwischen der alten Finanzordnung und der rasant wachsenden Welt digitaler Währungen ausgeweitet. Die Reaktion der Kryptocommunity zeigt, wie fragil dieses Verhältnis ist. Für viele Anhänger geht es dabei nicht nur um eine Bank, die einen Kunden ablehnt, sondern um etwas Grundsätzlicheres: ihren Kampf für finanzielle Freiheit, Transparenz und Unabhängigkeit.
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