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Ethereum (ETH) könnte eines seiner ergänzenden Blockchain-Netzwerke verlieren. Starknet erwägt, künftig eigenständig zu arbeiten. Grund ist die Sorge vor künftigen Bedrohungen durch Quantencomputer. Die Community kann diese Woche über den Vorschlag abstimmen.
Eine Abspaltung würde nicht nur das Verhältnis zu Ethereum verändern, sondern könnte auch Folgen für die Netzwerksicherheit und die Inhaber des STRK-Tokens haben.
Starknet hat am 15. Oktober eine Abstimmung über einen möglichen Wechsel zu einer eigenständigen Blockchain gestartet. Inhaber des Starknet-Tokens (STRK), die ihre Coins durch Staking gebunden oder ihr Stimmrecht delegiert haben, können bis einschließlich 22. Oktober abstimmen.
Derzeit arbeitet Starknet als sogenanntes Layer-2-Netzwerk auf Basis von Ethereum. Es verarbeitet Transaktionen schneller und günstiger, greift aber für die abschließende Prüfung und Speicherung der Daten auf Ethereum zurück.
StarkWare, das Unternehmen hinter der Entwicklung von Starknet, prüft nun einen möglichen Umbau zu einer eigenständigen Layer-1-Blockchain. Damit könnte Starknet seine Transaktionen abwickeln, ohne auf die zugrunde liegende Sicherheitsinfrastruktur von Ethereum angewiesen zu sein.
Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Die Abstimmung ist nicht bindend. Sie soll vor allem klären, ob die Entwickler den Ansatz weiter untersuchen sollen.
Auch bei einer Mehrheit dafür würde Starknet vorerst weiterhin auf Ethereum laufen. Ein tatsächlicher Wechsel setzt weitere technische Untersuchungen, Vorschläge und erneute Abstimmungen voraus.
Der wichtigste Grund für die mögliche Abspaltung sind die Fortschritte bei Quantencomputern. Diese leistungsfähigen Rechner könnten künftig bestimmte digitale Sicherheitsverfahren überwinden.
Das stellt eine potenzielle Bedrohung für Blockchains wie Ethereum dar. Denn nicht alle heute eingesetzten Sicherheitsverfahren sind darauf ausgelegt, Angriffen ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer standzuhalten.
StarkWare teilte am 8. Oktober mit, deshalb eine eigenständige Blockchain ernsthaft zu prüfen, die solchen Angriffen besser standhalten soll.
Starknet verfügt bereits über Technologie, die dabei helfen könnte. Das Netzwerk nutzt sogenannte STARK-Beweise. Damit lassen sich Transaktionen überprüfen, ohne sämtliche Berechnungen erneut ausführen zu müssen.
Dieses Beweisverfahren wurde mit Blick auf den Schutz vor künftigen Quantenangriffen entwickelt.
Zudem verfügt Starknet über ein flexibles System für Nutzerkonten. Dadurch lassen sich neue Sicherheitsverfahren einführen, ohne sofort das gesamte Netzwerk anpassen zu müssen.
Ein wesentliches Problem bleibt jedoch bestehen.
Starknet nutzt weiterhin Ethereum, um wichtige Transaktionsdaten zu speichern und die Korrektheit von Transaktionen zu prüfen. Auch die Verbindungen, über die Nutzer Coins zwischen den beiden Netzwerken übertragen, hängen teilweise von der Sicherheit Ethereums ab.
Will Ethereum seine Sicherheitsverfahren anpassen, muss Starknet die technischen Entscheidungen und den Zeitplan des größeren Netzwerks berücksichtigen.
Mit einer eigenständigen Blockchain könnte Starknet solche Anpassungen selbst vornehmen. Das gäbe dem Netzwerk mehr Spielraum, sich auf künftige Sicherheitsrisiken vorzubereiten.
Eine mögliche Abspaltung könnte auch Folgen für Ethereum selbst haben.
Starknet zahlt derzeit Gebühren an Ethereum, um Transaktionsdaten zu speichern und Transaktionen prüfen zu lassen. Diese Zahlungen sorgen für wirtschaftliche Aktivität und Einnahmen aus Netzwerkgebühren.
Sollte Starknet eigenständig werden, könnte ein Teil dieser Einnahmen wegfallen.
Auch das Sicherheitsmodell würde sich ändern. Nutzer verlassen sich derzeit teilweise auf Ethereum, wenn es darum geht, die Korrektheit von Transaktionen auf Starknet zu gewährleisten. Als eigenständige Blockchain müsste Starknet diese Verantwortung weitgehend selbst übernehmen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass das Netzwerk unsicherer würde. Allerdings würde sich ändern, wie Transaktionen geprüft und abgesichert werden.
Bemerkenswert ist, dass ETH-Inhaber bei diesem Vorschlag kein direktes Stimmrecht haben. Die Entscheidung liegt bei der Starknet-Community, obwohl ein möglicher Wechsel auch Ethereum betreffen könnte.
Für STRK-Inhaber dürften die unmittelbaren Folgen vorerst begrenzt bleiben.
Nach den bisherigen Plänen bleibt STRK der offizielle Token des Netzwerks, auch wenn Starknet künftig eigenständig arbeitet. StarkWare hat zudem erklärt, dass wegen eines möglichen Wechsels weder ein neuer Token eingeführt noch zusätzliche Token ausgegeben werden müssten.
Auch die bestehende Verbindung zu Ethereum soll erhalten bleiben. Über diese sogenannte Bridge können Nutzer digitale Vermögenswerte von einer Blockchain auf die andere übertragen.
Das soll auch nach einem möglichen Wechsel weiterhin möglich sein.
Die Abstimmung läuft bis zum 22. Oktober und bietet drei Optionen. Befürworter sprechen sich dafür aus, eine eigenständige Blockchain weiter zu untersuchen. Gegner wollen, dass Starknet auf Ethereum bleibt und dort seine Sicherheit verbessert. Wer neutral abstimmt, signalisiert, dass zunächst weitere technische und praktische Fragen geklärt werden müssen.
Eine Abspaltung wäre auch für andere Layer-2-Netzwerke von Interesse. Sie nutzen ebenfalls Ethereum, um Transaktionen günstiger zu verarbeiten und zugleich von der Sicherheit des größeren Netzwerks zu profitieren.
Sollte Starknet diese Abhängigkeit verringern, könnte das zum Vorbild für andere Projekte werden, die sich auf die Verbreitung von Quantencomputern vorbereiten wollen.
Wann ein möglicher Wechsel tatsächlich stattfinden könnte, ist noch offen. Dafür müssen zunächst weitere Vorschläge ausgearbeitet und genehmigt werden.
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