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Intel hat Anleger mit deutlich besseren Quartalszahlen überrascht als erwartet. Der US-Chiphersteller profitiert stark von der weltweiten Investitionswelle in künstliche Intelligenz. Vor allem die Nachfrage nach Prozessoren für Rechenzentren wächst so kräftig, dass Intel derzeit nicht genügend Chips produzieren kann.
Die Zahlen stärken das Vertrauen in das Comeback des Unternehmens. Intel hatte in den vergangenen Jahren gegenüber Konkurrenten wie Nvidia und AMD an Boden verloren, verzeichnet nun aber das stärkste Umsatzwachstum seit fast 15 Jahren. Auch der Ausblick für das laufende Quartal liegt deutlich über den Schätzungen der Analysten.
Intel erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar. Das sind gut 25 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Analysten hatten im Schnitt mit rund 14,4 Milliarden Dollar gerechnet.
Auch der Gewinn fiel deutlich höher aus. Der bereinigte Gewinn lag bei 42 Cent je Aktie, während Analysten lediglich 21 Cent erwartet hatten.

Nach Angaben von Intel-Chef Lip Bu Tan ist künstliche Intelligenz der wichtigste Treiber des starken Wachstums. Unternehmen investieren hohe Summen in Rechenzentren, um immer komplexere KI-Anwendungen betreiben zu können.
„KI sorgt für eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Rechenleistung“, erklärte Tan. Intel sei gut positioniert, um langfristig von der wachsenden Nachfrage nach Zentralprozessoren zu profitieren.
Die Zahlen ließen die Intel-Aktie im nachbörslichen Handel an der Wall Street um mehrere Prozent steigen. Seit Jahresbeginn liegt der Titel bereits mehr als 170 Prozent im Plus, auch wenn der Kurs im Juli um etwa 28 Prozent nachgab.
Das stärkste Wachstum kam aus der Sparte für Rechenzentren und KI. Der Umsatz dieses Bereichs stieg um 59 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar. Damit wuchs die Sparte mehr als doppelt so schnell wie der Konzern insgesamt.
Intel verkauft vor allem Zentralprozessoren, sogenannte CPUs. Diese Chips bilden das allgemeine Rechenzentrum von Computern und Servern. Nvidia dominiert den Markt für spezialisierte KI-Chips, doch Rechenzentren benötigen neben diesen Chips auch große Mengen an CPUs.
Der Aufstieg sogenannter autonomer KI-Systeme spielt Intel in die Karten. Diese Systeme können Aufgaben selbstständig erledigen, etwa programmieren, Informationen auswerten oder Verwaltungsprozesse bearbeiten. Für solche Anwendungen wird erheblich zusätzliche Rechenleistung benötigt.
Finanzchef David Zinsner sagte, Kunden bestellten derzeit mehr Chips, als Intel liefern könne. Das Unternehmen hat inzwischen zehn langfristige Vereinbarungen mit Kunden abgeschlossen. Einige Verträge enthalten Absprachen sowohl zu Preisen als auch zu Abnahmemengen.
„Kunden signalisieren weiterhin, dass das Investitionsumfeld stark und nachhaltig ist“, sagte Zinsner in einer Telefonkonferenz mit Analysten.
Intel erwartet im dritten Quartal einen Umsatz zwischen 15,8 Milliarden und 16,8 Milliarden Dollar. Analysten waren zuvor von rund 15,1 Milliarden Dollar ausgegangen. Der erwartete bereinigte Gewinn liegt bei 38 Cent je Aktie, verglichen mit einer Markterwartung von 27 Cent.
Neben dem starken Absatz von Rechenzentrum-Chips sieht Intel auch Fortschritte in seiner Fertigungssparte. Dieser Bereich produziert Chips in eigenen Fabriken und soll künftig auch für andere Technologieunternehmen fertigen.
Der Umsatz der Fertigungssparte stieg um 31 Prozent auf rund 5,8 Milliarden Dollar. Der Großteil davon stammt weiterhin aus anderen Intel-Bereichen. Anleger warten deshalb auf große externe Kunden.
Intel hat beschlossen, die Großserienproduktion mit seiner neuen 14A-Technologie voranzutreiben. Der Chiphersteller will dieses Verfahren ab 2028 in großem Maßstab einsetzen.
Tan zufolge zeigen immer mehr potenzielle Kunden Interesse. Er sei daher zunehmend zuversichtlich, dass sich 14A zu einer wettbewerbsfähigen Fertigungstechnologie entwickeln könne.
Intel hatte zuvor gewarnt, das Projekt könne möglicherweise gestoppt werden, falls kein großer externer Kunde gefunden werde. Das wäre auch ein Rückschlag für die US-Regierung, die die Produktion moderner Chips ins eigene Land holen will.
Das Unternehmen erhöht deshalb sein Investitionsbudget für dieses Jahr von 18 Milliarden auf 20 Milliarden Dollar. Für das kommende Jahr rechnet Intel erneut mit einem deutlichen Anstieg. Ein großer Teil der Mittel fließt in Maschinen und Ausrüstung für Chipfabriken.
Auch die Gewinnmarge verbesserte sich deutlich. Die bereinigte Bruttomarge lag bei rund 42 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 2,5 Prozent. Intel profitierte von einer höheren Produktion, besseren Preisen und einem größeren Absatz teurerer Prozessoren.
Die Sparte für Computer und Laptops bleibt vorerst der größte Geschäftsbereich. Dort stieg der Umsatz um 13 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar. Für das dritte Quartal erwartet Intel nur wenig Wachstum im PC-Markt, unter anderem wegen Engpässen bei Speicherchips.
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