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Die südkoreanischen Behörden haben erstmals strafrechtliche Schritte gegen einen vermeintlichen Rugpull mit einem Memecoin im Solana-Netzwerk eingeleitet. Es handelt sich um den Token Catpie (CATFI), bei dem Hunderte von Anlegern gemeinsam fast 600.000 Dollar verloren haben sollen.
Laut lokalen Medien wurden mehrere Verdächtige von der Abteilung für die Untersuchung von Kryptokriminalität der Staatsanwaltschaft in Seoul festgenommen. Der Hauptverdächtige, ein Mann mit dem Nachnamen Park, soll sich online als unabhängiger Krypto-Influencer unter dem Namen „Eth Father“ präsentiert haben. Tatsächlich soll er in die Förderung und den anschließenden Verkauf des Memecoins verwickelt gewesen sein.
Staatsanwälte behaupten, dass die Gruppe CATFI aggressiv über soziale Medien beworben hat. Infolgedessen stieg der Kurs des Memecoins innerhalb von 26 Stunden mehr als tausendfach an.
Nachdem genügend Anleger eingestiegen waren, sollen die Beteiligten ihre eigenen Tokens massenhaft verkauft haben. Dadurch brach der Kurs nahezu sofort ein. Die Verdächtigen sollen dabei umgerechnet etwa 260.000 Dollar Gewinn gemacht haben.
Nach Angaben der südkoreanischen Behörden wurden mindestens 256 Anleger finanziell geschädigt.
Ein Rugpull ist eine häufige Betrugsform im Kryptomarkt. Bei einem solchen Betrug erzeugen Entwickler oder Insider zunächst einen Hype um eine neue Kryptowährung, um Anleger anzulocken.
Sobald der Preis schnell steigt, verkaufen die Initiatoren ihre eigenen Tokens. Dadurch bricht der Kurs oft vollständig ein, und andere Anleger bleiben auf großen Verlusten sitzen.
Rugpulls kommen besonders häufig bei Memecoins vor, da diese Tokens oft stark von Online-Hype und Spekulation abhängig sind.
Der Fall rund um CATFI gilt als ein wichtiger juristischer Meilenstein für Südkorea. Es wäre nämlich die erste Verfolgung unter dem neuen Gesetz zum Schutz von Nutzern virtueller Vermögenswerte.
Mit diesem Gesetz möchte Südkorea stärker gegen Marktmanipulation, Preisbetrug und Irreführung in der Kryptobranche vorgehen.
Die Anklage erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der südkoreanische Kryptomarkt deutlich abkühlt. Laut lokalen Berichten beträgt das Handelsvolumen an großen Kryptobörsen nur noch einen kleinen Bruchteil des Volumens auf dem traditionellen Aktienmarkt.
Der Solana-Memecoin erreichte Anfang 2025 noch eine Marktkapitalisierung von fast 9 Millionen Dollar. Inzwischen ist CATFI um mehr als 99 Prozent gefallen und weist nur noch etwa 57.000 Dollar an Marktkapitalisierung auf.
Trotzdem halten über 1.500 Anleger den Token in der Hoffnung auf eine Erholung. Der X-Account, über den das Projekt zuvor beworben wurde, ist inzwischen gelöscht worden.
Der Fall zeigt erneut, wie risikoreich Investitionen in Memecoins sein können. Viele dieser Tokens haben keine klare Anwendung oder unterliegenden Wert und sind vollständig von Spekulation und Hype in sozialen Medien abhängig.
Anfang dieses Monats ereignete sich auf Solana ein ähnlicher Vorfall um einen anderen Memecoin, der mit dem X-Account von Roaring Kitty verknüpft war. Dabei verdiente ein anonymer Entwickler schätzungsweise über 700.000 Dollar, während der Token anschließend nahezu vollständig einbrach.
Auch private Händler werden regelmäßig schwer getroffen. So verlor ein Kryptoinvestor kürzlich fast 190.000 Dollar innerhalb einer Stunde, nachdem ein Memecoin abrupt abstürzte.
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