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Die große Krypto-Derivateplattform Hyperliquid will eine neue Funktion einführen, mit der Entwickler eigene Prognosemärkte aufbauen können. Auf solchen Märkten handeln Nutzer auf den Ausgang künftiger Ereignisse, etwa Wahlen, Sportereignisse oder Konjunkturdaten. Um die Qualität dieser Märkte zu sichern, sieht die Plattform hohe Kapitalanforderungen für Entwickler vor.
Laut einem neuen Vorschlag müssen Entwickler 500.000 Hyperliquid (HYPE)-Token hinterlegen, bevor sie einen genehmigungsfreien Prognosemarkt starten dürfen. Beim aktuellen Kurs entspricht das rund 30,4 Millionen Dollar. Die Entwickler verlieren diese Token also nicht, sie werden jedoch gesperrt.
Die neue Funktion wird zunächst im Testnet ausgerollt. Erst mit einem späteren Netzwerk-Upgrade soll sie im Mainnet eingeführt werden. Validatoren legen fest, welche standardisierten Vorlagen Entwickler für den Aufbau von Märkten verwenden können.
Zunächst darf jeder Entwickler höchstens 100 Märkte gleichzeitig verwalten. Sobald ein Markt abgewickelt ist, wird wieder Kapazität für neue Märkte frei.
Entwickler bleiben vollständig dafür verantwortlich, ihre Prognosemärkte korrekt aufzusetzen und abzuwickeln. Die verpflichtende Einlage von 500.000 HYPE bleibt sechs Monate gesperrt. Ist ein Markt unklar formuliert, wird er falsch abgewickelt oder bleibt er zu Unrecht länger als eine Woche offen, können Validatoren per Abstimmung beschließen, einen Teil oder sogar die gesamte Einlage einzuziehen.
Mit der Einführung von Prognosemärkten will Hyperliquid sein Angebot um eine neue Handelsform erweitern. Bislang nutzen Anleger die Plattform vor allem als Futures- und Derivatebörse. Nun sollen Prognosemärkte hinzukommen.
Der Vorschlag soll ermöglichen, neue Märkte ohne zentrale Freigabe zu starten. Gleichzeitig sollen die hohe Kapitalanforderung und der Slashing-Mechanismus die Verlässlichkeit des Systems sichern. Hyperliquid betont, dass sich die technische Ausgestaltung vor dem Start der Testnet-Version noch ändern kann.
Hyperliquid hat sich in den vergangenen Jahren rasch zu einer festen Größe in der Kryptobranche entwickelt. Im Mai wurden in den Vereinigten Staaten sogar HYPE-Spot-ETFs aufgelegt, um die Nachfrage institutioneller Anleger zu bedienen. In der vergangenen Woche verzeichneten diese ETFs einen Abfluss von mehr als 7 Millionen Dollar. Es war der erste Abfluss seit dem Start der ETFs. Auch der Kurs von HYPE gab um 8 Prozent nach.
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