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Die britische Onlinebank Revolut ist am Dienstag von einer schweren weltweiten Störung getroffen worden. Kunden können weder bezahlen noch Bargeld abheben oder Überweisungen tätigen. Auch die App und der Kundenservice sind betroffen. Die Störung dauert bereits seit Stunden an. Viele Nutzer sind verärgert, weil sie plötzlich keinen Zugriff mehr auf ihr Geld haben.
Die Probleme begannen am Dienstagmorgen und betreffen mehrere zentrale Dienste von Revolut. Kartenzahlungen werden abgelehnt, Bargeldabhebungen an Automaten und Überweisungen sind nicht möglich. Auch Kunden, die in der App ihren Kontostand prüfen oder den Kundenservice kontaktieren wollen, stoßen auf Probleme.
In sozialen Netzwerken und auf Reddit berichten betroffene Kunden von ihren Erfahrungen. Einige können an Tankstellen nicht bezahlen oder kommen im öffentlichen Nahverkehr nicht weiter. Ein Kunde berichtete sogar, seine Tochter sitze in einem Zug fest, weil sie nicht bezahlen könne. Die Störung beeinträchtigt damit unmittelbar den Alltag der Nutzer.
Revolut hat die technischen Probleme bestätigt und arbeitet nach eigenen Angaben an einer Lösung. Die Bank betont, dass die Gelder und persönlichen Daten der Kunden sicher seien. Zudem hat sich das Unternehmen für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. Wann sämtliche Dienste wieder uneingeschränkt verfügbar sein werden, ist noch unklar.
Die Störung trifft eine Bank, die in den vergangenen Jahren rasant gewachsen ist. Revolut hat inzwischen weltweit rund 80 Millionen Kunden und zählt damit zu den größten Digitalbanken. Viele Nutzer wickeln ihren gesamten alltäglichen Zahlungsverkehr über die App ab. Ein längerer Ausfall kann daher erhebliche Folgen haben.
Die genaue Ursache der Störung steht noch nicht fest. Medienberichten zufolge könnte ein technisches Problem bei Google Cloud eine Rolle spielen. Das Unternehmen stellt zahlreichen Firmen und Finanzinstituten digitale Infrastruktur bereit. Ein Ausfall solcher Systeme kann deshalb mehrere Organisationen gleichzeitig treffen.
Auch bei anderen Großbanken, darunter ING, HSBC und Lloyds, soll es Berichten zufolge technische Probleme gegeben haben. Ob die Störungen zusammenhängen, ist bislang unklar. Revolut hat nicht bestätigt, dass Google Cloud für die Probleme verantwortlich ist.
Die Situation verdeutlicht, wie abhängig der Zahlungsverkehr inzwischen von digitaler Infrastruktur ist. Die niederländische Zentralbank De Nederlandsche Bank (DNB) hatte bereits vor den Folgen längerer Störungen gewarnt. Dabei betonte die Aufsichtsbehörde, wie wichtig es sei, sich auf einen vorübergehenden Ausfall digitaler Zahlungen vorzubereiten.
Der weltweiten Störung war ein davon unabhängiger Sicherheitsvorfall bei Revolut vorausgegangen. Im vergangenen Monat gelang es Betrügern, persönliche Daten einer begrenzten Zahl von Kunden zu erlangen. Sie gaben sich als Vertreter einer Behörde aus und nutzten dabei eine echte E-Mail-Adresse dieser Behörde.
Zu den erbeuteten Daten gehörten Passkopien, Geburtsdaten, Wohnanschriften, E-Mail-Adressen und Telefonnummern. Es gibt keine Hinweise darauf, dass dieser Sicherheitsvorfall mit der aktuellen Störung zusammenhängt. Damals wurden Kundendaten entwendet, während die gegenwärtigen Probleme vor allem die Verfügbarkeit der Bankdienste betreffen.
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