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Griechenland will möglicherweise noch in diesem Jahr rund 13 Milliarden Euro an Staatsschulden vorzeitig tilgen. Damit könnte das Land eine bemerkenswerte Marke erreichen: Griechenland hätte nicht mehr die höchste Staatsschuld der Eurozone. Diese zweifelhafte Spitzenposition fiele dann Italien zu.

Der Plan ist Insidern zufolge noch nicht endgültig beschlossen, passt aber zur Linie von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis. Seine Regierung versucht, den enormen Schuldenberg schneller abzubauen und damit das Vertrauen der Anleger weiter zurückzugewinnen.

Griechenlands Staatsschuld sinkt rasant

Griechenland stand jahrelang sinnbildlich für die europäische Schuldenkrise. Auf dem Höhepunkt der Krisenjahre stieg die Staatsschuld auf rund 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Dieses Bild hat sich inzwischen deutlich verändert. 2024 lag die Verschuldung noch bei 154,2 Prozent des BIP. Anfang dieses Jahres war sie bereits auf etwa 146 Prozent gesunken.

Kommt die geplante vorzeitige Tilgung zustande, könnte die Schuldenquote in diesem Jahr weiter auf rund 137 Prozent fallen. Damit läge Griechenland unter Italien, dessen Staatsschuld voraussichtlich etwa 138,5 Prozent des BIP erreichen wird.

Die Finanzmärkte scheinen die Verbesserung bereits anzuerkennen. Griechenland kann sich derzeit günstiger refinanzieren als Italien – eine Konstellation, die während der europäischen Schuldenkrise nahezu undenkbar gewesen wäre.

Griechenland will Vertrauen der Anleger zurückgewinnen

Die vorzeitige Tilgung von 13 Milliarden Euro soll mehr bewirken als nur eine niedrigere Staatsschuld. Athen will damit auch Anlegern und europäischen Institutionen signalisieren, dass die öffentlichen Finanzen wieder unter Kontrolle sind.

Die Regierung Mitsotakis macht den Abbau der Staatsschuld deshalb zu einer ihrer wichtigsten finanzpolitischen Prioritäten. Über Haushaltsüberschüsse kann Griechenland Schulden schneller tilgen und langfristig auch seine Zinslast senken.

Für die griechische Bevölkerung hat dieser Kurs allerdings seinen Preis. Ein großer Teil des finanziellen Spielraums fließt in den Schuldenabbau, wodurch für andere Politikbereiche weniger Mittel bleiben.

Zugleich sind die Haushalte mit hoher Inflation und steigenden Mieten konfrontiert, während die Gehälter im öffentlichen Dienst vergleichsweise niedrig bleiben. Viele Griechen spüren daher bislang nur begrenzt, wie stark sich die Finanzlage ihres Landes verbessert hat.

Kommt die vorzeitige Tilgung zustande, wäre das vor allem ein symbolisch wichtiger Moment. Ein Land, das vor etwas mehr als zehn Jahren noch im Zentrum der europäischen Schuldenkrise stand, würde Italien überholen und nicht länger die höchste Staatsschuld der Eurozone aufweisen.

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