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Der Goldpreis ist seit Januar um mehr als ein Viertel gefallen. Das ist bemerkenswert, denn Großanleger und Zentralbanken investieren weiterhin Milliarden Dollar in das Edelmetall. Dennoch bleibt eine Erholung aus. Analysten sehen die Hauptursachen in den steigenden US-Zinsen und dem Verkaufsdruck am Terminmarkt.

US-Zinsen belasten den Goldpreis

Am 28. Januar erreichte Gold mit 5.595 Dollar je Feinunze, also rund 31 Gramm, einen Rekordpreis. Bis zum 14. Oktober fiel der Preis auf 4.093 Dollar. Damit ist ein großer Teil der Gewinne aus dem Jahr 2025 aufgezehrt, als Gold um 64 Prozent zulegte.

TradingView-Chart des Goldpreises von August bis Oktober 2026. Nach einem Höchststand Ende August fällt der Preis auf rund 4.140 US-Dollar je Feinunze.
Der Goldpreis ist seit Ende August stark gefallen. (Quelle: TradingView)

Die US-Notenbank erhöhte den Leitzins im September um 0,25 Prozentpunkte. Gleichzeitig stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 5,35 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 24 Jahren. Das macht Gold weniger attraktiv. Staatsanleihen werfen Zinsen ab, während Anleger mit Gold nur bei steigenden Preisen Gewinne erzielen.

Milliardenzuflüsse in Goldfonds

Bemerkenswerterweise kaufen Anleger weiterhin Gold. Nach Angaben des World Gold Council flossen im September 6,8 Milliarden Dollar in börsengehandelte Goldfonds, sogenannte ETFs. Seit Jahresbeginn summieren sich die Zuflüsse damit auf 21,3 Milliarden Dollar. Dennoch fiel der Goldpreis im September um mehr als acht Prozent.

Die Erklärung liegt der Organisation zufolge im Verhalten professioneller Händler. Während Goldfonds ihre Bestände um mehr als 70 Tonnen aufstockten, verkauften Händler in großem Umfang Goldkontrakte am Terminmarkt. Dieser Verkaufsdruck überwog die Käufe der ETF-Anleger. Zudem sank die Nachfrage nach Goldschmuck im zweiten Quartal um 17 Prozent.

Die Zentralbanken kaufen unterdessen weiterhin Gold, allerdings in geringerem Tempo. Im ersten Halbjahr 2026 erwarben sie zusammen 345 Tonnen. Aus einer Umfrage geht zudem hervor, dass 89 Prozent der befragten Zentralbanken mit einem weiteren Anstieg der weltweiten Goldreserven rechnen.

Kann sich der Goldpreis erholen?

Eine Erholung hängt Analysten zufolge vor allem von der Zinsentwicklung in den USA ab. Die Inflation bleibt hoch, weshalb die Federal Reserve ihre restriktive Geldpolitik möglicherweise länger beibehalten muss. Das könnte den Goldpreis weiter unter Druck setzen.

Andere Experten rechnen dagegen mit Unterstützung für Gold, sollte die US-Regierung eingreifen, um die Anleiherenditen zu begrenzen. Vorerst sind die Einschätzungen geteilt. In einer Umfrage von Kitco Metals erwartet die Hälfte der Analysten einen steigenden Goldpreis, während 14 Prozent mit einem weiteren Rückgang rechnen.

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