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Gold und Silber haben in der vergangenen Woche wieder zugelegt. Dennoch notieren beide Edelmetalle weiterhin deutlich unter den Rekordständen, die Anfang des Jahres erreicht wurden. Ist die jüngste Korrektur ein Warnsignal für Anleger – oder eine Einstiegschance?

Nach Einschätzung des Vermögensverwalters Sprott haben sich die langfristigen Perspektiven kaum verändert.

Chart zum Gold- und Silberpreis zwischen Januar 2025 und Juli 2026 mit Rekordständen, Korrektur und jüngster Erholung.
Gold und Silber seit Januar 2025. (Quelle: Bloomberg)

Goldpreis profitiert weiter von robuster struktureller Nachfrage

Gold und Silber haben zuletzt deutliche Kursanstiege verzeichnet. Nach der jüngsten Korrektur sind viele Anleger vorsichtiger geworden. Sie fürchten, dass die Preise weiter fallen könnten. Nach Einschätzung von Maria Smirnova, Chief Investment Officer bei Sprott Asset Management, ist diese Zurückhaltung nachvollziehbar, richtet sich aber vor allem auf die kurze Frist.

Smirnova führt den Rückgang größtenteils auf vorübergehende Faktoren zurück, während sich die fundamentalen Aussichten aus ihrer Sicht sogar verbessert haben. Steigende Staatsschulden, anhaltende Haushaltsdefizite, fortgesetzte Käufe der Zentralbanken und geopolitische Spannungen bleiben demnach wichtige Stützen für den Goldpreis. Bei Silber kommen ein strukturelles Angebotsdefizit und eine stark wachsende industrielle Nachfrage hinzu.

Der Goldpreis stieg 2025 um mehr als 64 Prozent und erreichte Anfang 2026 ein neues Rekordhoch. Anschließend folgte eine deutliche Korrektur in Richtung 4.000 bis 4.100 Dollar je Unze.

Nach Smirnovas Einschätzung war dieser Rücksetzer vor allem die Folge vorübergehend knapperer Liquidität, eines stärkeren Dollars und der Erwartung, dass die US-Zinsen länger hoch bleiben würden.

Gleichzeitig kauften die Zentralbanken weiter Gold. Vor allem China bleibt laut Sprott ein wichtiger Nachfragetreiber. Diese anhaltenden Käufe bilden nach Einschätzung des Vermögensverwalters einen soliden Boden für den Markt.

„Auch wenn Gold und Silber seit ihren Rekordständen vom Januar zurückgekommen sind, sind die makroökonomischen und strukturellen Stützfaktoren für beide Metalle weiterhin intakt“, schreibt Smirnova.

Auch Silber behält laut Sprott starke Perspektiven

Die Preisschwankungen bei Silber fielen in diesem Jahr sogar noch stärker aus. Nach den Rekordständen Anfang 2026 gab der Preis deutlich nach, unter anderem weil spekulative Anleger Positionen abbauten und Industriemetalle unter Druck gerieten.

Das langfristige Bild bleibt laut Sprott dennoch positiv. Die Nachfrage nach Silber wächst durch den Ausbau der Solarenergie, die Elektrifizierung, KI-Infrastruktur, Elektronik und Investitionen in Stromnetze. Gleichzeitig hält die Minenproduktion damit nicht ausreichend Schritt.

Smirnova erwartet daher, dass strukturelle Defizite am Silbermarkt den Preis in den kommenden Jahren weiter stützen. Die jüngste Erholung auf über 60 Dollar je Unze passt aus ihrer Sicht in dieses Bild.

Sprott betont, dass Anleger zwischen vorübergehender Volatilität und strukturellen Trends unterscheiden sollten. Nach Smirnovas Einschätzung hat die jüngste Korrektur das Verhältnis von Risiko zu möglichem Ertrag sogar attraktiver gemacht.

„Aus unserer Sicht hat die Korrektur das langfristige Risiko-Ertrags-Profil von Edelmetallen verbessert.“

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