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Der Goldpreis hat in diesem Jahr deutlich nachgegeben. Ausgerechnet jetzt dreht jedoch die Stimmung unter großen Investoren. Erstmals seit mehr als drei Jahren halten Fondsmanager das Edelmetall für unterbewertet, wie aus einer in dieser Woche veröffentlichten Umfrage hervorgeht.
Als dies zuletzt der Fall war, folgte einer der stärksten Kursanstiege der Geschichte.
Die Bank of America befragte zwischen dem 2. und 9. Juli 181 Fondsmanager, die zusammen 484 Milliarden Dollar verwalten. Unter dem Strich halten 5 Prozent von ihnen Gold inzwischen für unterbewertet. Das ist erstmals seit März 2023 der Fall.

Der Gegensatz zu den vergangenen Jahren ist deutlich. 2025 und Anfang 2026 hielten netto mehr als 40 Prozent Gold für zu teuer, kurz bevor der Preis im Januar mit 5.598 Dollar ein Rekordhoch erreichte.
Im März 2023 kostete Gold noch weniger als 2.000 Dollar. Danach hat sich der Preis in weniger als drei Jahren nahezu verdreifacht.
Inzwischen stellt sich die Stimmung völlig anders dar. Das Edelmetall rutschte Anfang des Monats in einen Bärenmarkt und notiert nun rund 26 Prozent unter seinem Höchststand. Im vergangenen Jahr war der Preis um etwa 65 Prozent gestiegen, das stärkste Ergebnis seit 1979.
Gold gilt seit Jahrhunderten als sicherer Hafen, also als Anlage, die in unsicheren Zeiten ihren Wert bewahrt. Normalerweise profitiert das Metall von Turbulenzen, die Aktienmärkte und Bitcoin unter Druck setzen.
Der Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Iran wirkt jedoch wie ein Ölschock. Der höhere Ölpreis treibt die Inflationserwartungen und damit auch die Zinsen nach oben.
In der Grafik unten ist zu sehen, dass die realen Zinsen, also Zinsen abzüglich Inflation, nahezu geradlinig gestiegen sind. Das macht Gold weniger attraktiv, da das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft.

Hinzu kommt, dass die Umfrage größtenteils vor dem Bruch der Waffenruhe durchgeführt wurde. Der Ölpreis ist in diesem Monat bereits um 27 Prozent gestiegen, während Inflationssorgen gerade wieder in den Hintergrund zu treten schienen.
Zuletzt zeigte der Goldpreis eine vorsichtige Erholung. Innerhalb von vier Tagen legte der Preis um 5 Prozent zu. Doch die fallende Widerstandslinie innerhalb des größeren Dreiecksmusters hat den Anstieg erneut ausgebremst.
Der Preis könnte nun wieder in die wichtige Unterstützungszone knapp unter 4.000 Dollar zurückfallen. Danach dürfte ein Ausbruch näher rücken. Ein fallendes Dreieck gilt in der Charttechnik als bärisches Muster; die nächste Unterstützung läge dann bei rund 3.500 Dollar. Sollte der Ausbruch dennoch nach oben gelingen, rückt der Widerstandsbereich zwischen 4.300 und 4.400 Dollar wieder in den Fokus.

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