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Der XRP-Kurs hat eine starke Woche hinter sich, doch am Markt nimmt die Anspannung zu. Nach einem Kursanstieg von 44 Prozent setzen Händler in großem Stil mit Fremdkapital auf weiter steigende Kurse.
Steigt XRP weiter, kann das der Rally zusätzlichen Rückenwind geben. Der Effekt kann aber ebenso in die Gegenrichtung wirken. Nachdem der Kurs nun um fast fünf Prozent auf 1,44 Dollar gefallen ist, wächst das Risiko, dass weitere Verluste eine Welle erzwungener Verkäufe auslösen.
Nach Daten von CryptoQuant ist die sogenannte Leverage Ratio von XRP auf Binance auf rund 0,21 gestiegen. Das ist der höchste Stand seit Januar.
Vereinfacht gesagt nutzen Händler immer mehr Hebel. Sie bauen mit vergleichsweise wenig Eigenkapital größere Positionen auf, um stärker von Kursbewegungen zu profitieren.
Auffällig ist vor allem der hohe Anteil an Long-Positionen. Auf Binance kommen auf jedes Konto, das auf einen fallenden XRP-Kurs setzt, etwa zwei Konten mit Wetten auf steigende Kurse. Bei den größten Händlern liegt das Verhältnis sogar bei fast drei zu eins.
Inzwischen steht viel Kapital auf dem Spiel. Die offenen XRP-Futures haben zusammen einen Wert von rund 3,45 Milliarden Dollar. Innerhalb von nur 24 Stunden wurden Futures im Volumen von 6,4 Milliarden Dollar gehandelt. Zum Vergleich: Am regulären Spotmarkt lag der Umsatz bei etwa 1,2 Milliarden Dollar.
Der spekulative Handel ist derzeit also um ein Vielfaches größer als der direkte Handel mit XRP.
Solange der XRP-Kurs weiter steigt, muss das kein Problem sein. Am Mittwoch lief es jedoch in die Gegenrichtung. XRP verlor fast fünf Prozent und fiel auf etwa 1,44 Dollar, nachdem der Kurs zuvor noch über 1,50 Dollar gelegen hatte.
Genau darin liegt das Risiko.
Wer mit hohem Hebel handelt, kann sich nur begrenzte Verluste leisten. Fällt XRP zu stark, reicht die hinterlegte Sicherheit nicht mehr aus und die Handelsplattform schließt die Position automatisch.
Werden viele Händler gleichzeitig liquidiert, kommen plötzlich zusätzliche Verkaufsorders auf den Markt. Dadurch kann XRP weiter fallen, was wiederum neue Liquidationen auslöst. So kann aus einer normalen Korrektur binnen kurzer Zeit ein deutlich schärferer Rücksetzer werden.
Ein starker Rückgang ist damit keineswegs sicher. Die hohe Leverage zeigt vor allem, dass XRP anfälliger für plötzliche Kursbewegungen geworden ist.
Das ist eine deutliche Veränderung gegenüber den vergangenen Monaten. Über weite Strecken des Jahres 2026 blieb die Leverage Ratio vergleichsweise niedrig. Zuletzt nutzten Händler im Januar ähnlich hohe Hebel wie jetzt, damals notierte XRP noch über 2 Dollar.
Nach dem Kursanstieg von 44 Prozent ist die Risikobereitschaft damit zurück. Doch bei offenen Positionen in Milliardenhöhe und vielen Händlern, die auf dieselbe Richtung setzen, reicht bereits ein kleiner Impuls, um den Markt deutlich in Bewegung zu bringen.
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