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Die US-Notenbank hat im vergangenen Monat erstmals seit mehr als drei Jahren die Zinsen erhöht. Nach Einschätzung einiger Währungshüter bremst das aktuelle Zinsniveau die Wirtschaft jedoch kaum. Das geht aus dem soeben veröffentlichten Sitzungsprotokoll hervor.

Die Anleiherenditen sind dennoch deutlich gesunken. Ausschlaggebend war die starke Nachfrage bei einer Auktion zehnjähriger US-Staatsanleihen. Das sorgt an den Finanzmärkten für etwas Entspannung.

Fed hält weitere Zinserhöhung für voraussichtlich angemessen

Am 16. September erhöhte die Federal Reserve (Fed) den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4 Prozent. Dass alle zwölf stimmberechtigten Mitglieder dafür votierten, war bereits bekannt.

Aus dem Sitzungsprotokoll geht nun hervor, dass auch die Präsidenten der regionalen Fed-Banken ohne Stimmrecht die Erhöhung unterstützten.

Die meisten Währungshüter halten eine weitere Zinserhöhung vor Jahresende voraussichtlich für angemessen. Mehrere von ihnen sehen im aktuellen Zinsniveau sogar keine oder nur eine geringe Bremswirkung auf die Wirtschaft.

Auch das überrascht nicht: Die im vergangenen Monat veröffentlichten Zinsprognosen im sogenannten Dot Plot zeigten bereits, dass zwölf der 18 Währungshüter für dieses Jahr noch eine Zinserhöhung erwarteten. Vier rechneten sogar mit zwei weiteren Schritten, zwei mit keiner weiteren Erhöhung.

Die Mehrheit sah vor der Sitzung eine leichte Verbesserung am Arbeitsmarkt. Diese Einschätzung ist inzwischen allerdings teilweise überholt, da der Arbeitsmarktbericht in der vergangenen Woche erneut enttäuschte.

Bei der Inflation zeigten sich die Währungshüter pessimistisch. In den vergangenen Monaten habe es zu wenig Fortschritte gegeben. Einige befürchten, dass sich die Inflation in der Preis- und Lohnentwicklung verfestigt, nachdem sie seit mehr als fünf Jahren über dem Zielwert von 2 Prozent liegt.

Seit der Sitzung gab es positivere Nachrichten. Die am PCE-Preisindex gemessene Inflationsrate, auf die die Fed besonders achtet, lag im August bei 3,4 Prozent. Ohne Energie und Lebensmittel waren es 3 Prozent. Zum Zeitpunkt der Sitzung hatten die Fed-Mitarbeiter noch mit 3,8 beziehungsweise 3,4 Prozent gerechnet.

Die Zahlen sind allerdings mit einem Vorbehalt zu betrachten. Das Bureau of Economic Analysis (BEA) erfasst seit Ende September unter anderem Software und Vermögensverwaltungsgebühren nach einer geänderten Methode. Nach Schätzungen der Fed-Mitarbeiter fällt die gemessene Inflationsrate dadurch um rund 0,2 Prozentpunkte niedriger aus.

Rendite zehnjähriger US-Anleihen fällt nach starker Auktion

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen bei ihrer Sitzung am 27. und 28. Oktober unverändert lässt, liegt auch nach der Veröffentlichung des Protokolls weiterhin bei 84 Prozent. Entsprechend verhalten fällt die Marktreaktion aus. An der Wall Street gibt es kaum Bewegung, ebenso wenig bei Bitcoin (BTC) und Gold.

Zuvor hatte es am Abend bereits eine positive Nachricht gegeben. Die US-Regierung nahm mit der Ausgabe neuer zehnjähriger Staatsanleihen rund 39 Milliarden Dollar ein. Die Nachfrage war stark. Dadurch fiel die Rendite zehnjähriger Anleihen wieder unter ihren zuvor erreichten Höchststand seit 24 Jahren.

Im Tagesverlauf hatte die Rendite noch 5,35 Prozent erreicht. Die Rendite dreißigjähriger Anleihen stieg auf 5,72 Prozent und damit ebenfalls auf den höchsten Stand seit 2002. Seit Ende Juli ist die Rendite zehnjähriger Anleihen bereits um mehr als 0,6 Prozentpunkte gestiegen. Damals verschärfte sich der Konflikt im Nahen Osten erneut, und Öl verteuerte sich um rund 20 Prozent.

Der Renditeanstieg sorgte für Unruhe. Aus Sorge vor hartnäckiger Inflation und der enormen US-Staatsverschuldung verlangten Anleger immer höhere Zinsen für Kredite an die US-Regierung. Die erfolgreiche Auktion zeigt, dass auch auf diesem hohen Renditeniveau weiterhin großes Kaufinteresse besteht.

Höhere Zinsen bremsen normalerweise die Wirtschaft. Laut Sitzungsprotokoll sind viele Währungshüter jedoch der Ansicht, dass die Finanzierungsbedingungen das Wachstum weiterhin stützen. Für Aktien, Bitcoin und Gold sind die hohen Zinsen hingegen eine Belastung, weil sichere Staatsanleihen attraktiver werden.

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