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Die Stimmung am Kryptomarkt hat sich binnen kurzer Zeit vollständig gedreht. Der Crypto Fear and Greed Index stieg in dieser Woche auf den höchsten Stand seit Oktober 2025. Gleichzeitig schoss der Bitcoin-Kurs um gut 20 Prozent nach oben. Dennoch gibt es Hinweise darauf, dass große Anleger von der Erholung noch nicht vollständig überzeugt sind.
Der Crypto Fear and Greed Index erreichte am 25. August einen Wert von 74. Das ist der höchste Stand seit dem 5. Oktober 2025. Auffällig: Bitcoin (BTC) markierte damals einen Tag später sein Allzeithoch.
Der Index gilt als viel beachteter Gradmesser für die Stimmung unter Kryptoanlegern. Ein Wert von null signalisiert extreme Angst, 100 steht für extreme Gier. Inzwischen ist der Index wieder leicht auf 65 gefallen.

Auffällig ist vor allem, wie schnell sich die Stimmung gedreht hat. Bis einschließlich 19. August lag der Index 106 Tage in Folge unter der Marke von 50. Seit Alternative.me 2018 mit der täglichen Erhebung begann, gab es nur zwei längere negative Phasen.
Betrachtet man nahezu das gesamte Jahr 2026, war die Stimmung sogar noch düsterer. Seit dem 18. Januar lag der Index an 213 von 214 Tagen unter 50. Nur am 5. Mai wurde diese Serie kurz durch einen neutralen Wert unterbrochen.
Im Schnitt liegt der Index in diesem Jahr bei lediglich 24,2. Am 12. Februar wurde mit 5 der Tiefpunkt erreicht. Seit dem 15. Januar war der Stimmungsindikator zudem nicht mehr über 60 gestiegen.
Die plötzliche Wende folgte auf Entwicklungen am US-Anleihemarkt. Das US-Finanzministerium verdoppelte am 19. August den Umfang seiner Rückkaufprogramme für lang laufende Staatsanleihen. Pro Rückkaufaktion ging es um mindestens 4 Milliarden Dollar.
Damit wurden Händler überrascht, die auf weitere Kursverluste gesetzt hatten. Am 20. August wurden den vorliegenden Marktdaten zufolge Short-Positionen im Umfang von 2,74 Milliarden Dollar liquidiert. Insgesamt wurden die Positionen von 172.202 Händlern zwangsweise geschlossen.
Am folgenden Handelstag setzte sich die Bewegung fort. Weitere Short-Positionen über 1,06 Milliarden Dollar verschwanden aus dem Markt. Dem standen liquidierte Long-Positionen von rund 174,41 Millionen Dollar gegenüber.
Der Bitcoin-Kurs profitierte stark von der Wende. BTC legte binnen einer Woche um 23 Prozent zu und notierte am 26. August bei rund 78.880 Dollar. Trotz der kräftigen Erholung liegt Bitcoin den Angaben zufolge weiterhin etwa 37 Prozent unter seinem Rekordhoch.
Die deutlich bessere Stimmung bedeutet jedoch nicht, dass alle Signale auf Grün stehen. Mehrere wichtige Indikatoren zeigen, dass die Nachfrage großer Anleger zurückbleibt.
So treten in den USA börsennotierte Bitcoin-Fonds über das Gesamtjahr 2026 hinweg weiterhin als Nettoverkäufer auf. Ihr gemeinsamer Bestand ist den vorliegenden Daten zufolge um rund 92.000 BTC gesunken.
Auch die sogenannte Coinbase-Prämie für Bitcoin und Ethereum (ETH) bleibt negativ. Dieser Indikator vergleicht die Kryptopreise auf Coinbase mit den Preisen auf anderen großen Handelsplattformen und kann damit Hinweise auf die Nachfrage aus den USA geben.
Die Prämie verbesserte sich im August, stieg aber noch nicht über null. Damit steht der deutlich aufgehellten Marktstimmung vorerst eine institutionelle Nachfrage gegenüber, die die Erholung noch nicht vollständig bestätigt.
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