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Die Wirtschaft der Eurozone entwickelt sich in diesem Jahr besser als von Ökonomen erwartet. Nach einem überraschend starken zweiten Quartal wurde die Wachstumsprognose für 2026 von 0,5 auf 0,8 Prozent angehoben.
Das ist bemerkenswert, denn die europäische Wirtschaft musste in den vergangenen Monaten mehrere Rückschläge verkraften. Der Krieg mit Iran ließ die Energiepreise steigen, Autohersteller bauten Stellen ab, und niedrige Wasserstände erschwerten den Güterverkehr. Dennoch erwies sich die Eurozone als robuster als zunächst angenommen.
Die höhere Wachstumsprognose ist nahezu vollständig auf ein überraschend starkes zweites Quartal zurückzuführen. Zwischen April und Juni legte die Wirtschaft der 21 Euroländer gegenüber den drei Vormonaten um 0,4 Prozent zu.
Das war doppelt so viel, wie Ökonomen zuvor erwartet hatten. Der positive Ausreißer reichte aus, um die Wachstumsprognose für das Gesamtjahr 2026 von 0,5 auf 0,8 Prozent anzuheben.
Für die kommenden Monate sind Ökonomen allerdings nicht plötzlich deutlich optimistischer geworden. Im dritten Quartal wird weiterhin nur ein moderates Wachstum von 0,2 Prozent erwartet. Danach soll die Wirtschaft allmählich an Dynamik gewinnen.
Die höhere Prognose für 2026 beruht damit vor allem darauf, dass die Eurozone das vergangene Quartal deutlich besser überstanden hat als gedacht. Für die zweite Jahreshälfte bleiben die Aussichten vorerst nahezu unverändert.
Das kräftige Wachstum fällt umso mehr auf, weil Europa in den vergangenen Monaten mit mehreren Belastungen konfrontiert war. Vor allem der Krieg mit Iran sorgte für Unsicherheit und höhere Energiepreise.
Hinzu kamen weitere Probleme. Europäische Autohersteller streichen Stellen und senken ihre Kosten, während Waldbrände und außergewöhnlich niedrige Wasserstände wichtige Teile der Wirtschaft beeinträchtigen.
Besonders die niedrigen Wasserstände in Rhein und Donau sind für Unternehmen ein Problem, die auf den Transport per Schiff angewiesen sind. Einige Firmen warnen inzwischen vor zusätzlichen Kosten und entgangenen Einnahmen in Höhe von mehreren zehn Millionen Euro.
Dennoch nimmt der Optimismus vorsichtig zu. Neue Bemühungen, den Krieg im Nahen Osten zu beenden und die Straße von Hormus wieder zu öffnen, verbessern die Stimmung. Eine Einigung könnte den Druck auf die Energieversorgung verringern und damit einen wichtigen Unsicherheitsfaktor für die europäische Wirtschaft beseitigen.
Auch aus Deutschland kommen positivere Signale. Die größte Volkswirtschaft Europas dürfte in diesem Jahr um 0,8 Prozent wachsen. Im vergangenen Monat waren Ökonomen noch von 0,6 Prozent ausgegangen.
In den kommenden Jahren soll das Wachstum weiter anziehen. Vor allem höhere Staatsausgaben könnten dabei helfen. Deutschland investiert unter anderem deutlich mehr in die Verteidigung, was zusätzliche wirtschaftliche Aktivität auslöst.
Bis 2028 könnte das deutsche Wachstum dadurch auf 1,2 Prozent steigen. Auch das Reformpaket der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz soll die Wirtschaft langfristig stärken.
Von einer sorgenfreien Erholung kann jedoch noch keine Rede sein. Hohe Energiepreise, Probleme bei europäischen Unternehmen und Störungen wichtiger Transportrouten bleiben Risiken. Die Aussichten haben sich damit verbessert, doch neue Rückschläge könnten die Erholung erneut bremsen.
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