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Europäische Rüstungsaktien sind in diesem Jahr nach den starken Kursanstiegen der vergangenen Jahre deutlich zurückgefallen. Dennoch rechnen Analysten damit, dass die Stimmung im weiteren Verlauf des Jahres 2026 drehen könnte. Voraussetzung wäre, dass die höheren Verteidigungsetats tatsächlich in konkrete Aufträge und eine höhere Produktion münden.
Unternehmen wie Rheinmetall, Leonardo, BAE Systems, Thales und Renk hatten zuvor stark von der europäischen Aufrüstung profitiert. In den vergangenen Monaten sind Anleger jedoch kritischer geworden. Der Fokus richtet sich zunehmend auf Cashflows, Gewinnmargen und die Frage, wie schnell neue Aufträge abgearbeitet werden können.
Europäische Regierungen haben deutliche Erhöhungen ihrer Verteidigungsausgaben angekündigt. Ein großer Teil dieser Mittel ist jedoch noch nicht in verbindliche Bestellungen überführt worden. Damit bleibt unklar, wann Rüstungskonzerne die zusätzliche Nachfrage tatsächlich in ihren Zahlen sehen werden.
Nach Einschätzung von Morningstar dauert es länger als erwartet, bis Rahmenvereinbarungen in konkrete Aufträge umgewandelt werden. Dadurch geraten Cashflows und Margen einiger Unternehmen vorübergehend unter Druck. Zudem fragen sich Anleger, ob die Hersteller ihre Produktionskapazitäten schnell genug ausbauen können, um die steigende Nachfrage zu bedienen.
Die Kursrückgänge fallen deutlich aus. Rheinmetall und Renk haben seit ihren Höchstständen 2025 etwa die Hälfte ihrer zuvor erzielten Gewinne wieder abgegeben. Leonardo, Thales und BAE Systems notieren rund 20 Prozent niedriger, obwohl europäische Regierungen weitere Erhöhungen ihrer Verteidigungsetats zugesagt haben.

Zwar haben viele europäische Länder zusätzliche Verteidigungsbudgets angekündigt, doch die tatsächlichen Aufträge lassen weiter auf sich warten. Rüstungsunternehmen sehen die höheren Ausgaben daher noch nicht vollständig in ihren Umsätzen.
Analysten erwarten, dass sich dies gegen Ende 2026 ändern könnte, mit einer möglichen weiteren Beschleunigung im Jahr 2027. Deutschland spielt dabei eine wichtige Rolle. Erwartet wird, dass die höheren Verteidigungsetats dort zunehmend zu konkreten Aufträgen für die Industrie führen.
Die starke zugrunde liegende Nachfrage nach Rüstungsgütern ist auch auf der Farnborough Airshow sichtbar, die in dieser Woche stattfindet. Rüstungsunternehmen stellen in diesem Jahr etwa die Hälfte der Rekordzahl von 1.600 vertretenen Firmen. Besonders Drohnen, Raketenabwehrsysteme und militärische Anwendungen künstlicher Intelligenz stoßen auf großes Interesse. Die Nachfrage ist damit bereits vorhanden; die zentrale Herausforderung liegt vorerst im Hochfahren der Produktion.
Wenn die Produktion weiter steigt, können Unternehmen ihre Fixkosten auf größere Stückzahlen verteilen. Das kann zu höheren Umsätzen, besseren Margen und stärkeren Cashflows führen. Rheinmetall, BAE Systems und Leonardo werden von Analysten als Unternehmen genannt, die dank ihrer Marktposition und aktuellen Bewertung vergleichsweise gut aufgestellt sind.
Nicht jedes Rüstungsunternehmen wird im gleichen Maße profitieren. Analysten erwarten, dass vor allem Unternehmen mit starken Produktionskapazitäten, gut gefüllten Auftragsbüchern und Investitionen in künstliche Intelligenz sowie autonome Systeme für Anleger attraktiv bleiben. Der Sektor bietet damit weiterhin Chancen, verlangt aber eine selektive Auswahl.
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