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Der Euro steht deutlich unter Druck. Gegenüber dem US-Dollar ist die europäische Währung auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten gefallen. Innerhalb von nur fünf Wochen verlor der Euro mehr als drei Prozent an Wert.

Das liegt nicht allein am starken Dollar. Vor allem die wachsenden wirtschaftlichen und politischen Probleme in Europa belasten die Gemeinschaftswährung zunehmend.

Warum der Euro so stark fällt

Vergangene Woche fiel der Euro auf 1,1161 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit Mai 2025. Am Montag notierte die Gemeinschaftswährung bei rund 1,1182 Dollar.

Die Schwächephase begann im September, als die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen anhob. Höhere Zinsen machen US-Anlagen attraktiver und steigern dadurch die Nachfrage nach Dollar.

Inzwischen kommen weitere Belastungen hinzu. Vor allem Frankreich sorgt für Unruhe. Anleger beunruhigen die hohen französischen Staatsschulden und die Haushaltspläne für 2027. Deshalb verlangen sie immer höhere Zinsen für Kredite an den französischen Staat.

Der Renditeabstand zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen hat inzwischen ein Niveau erreicht, das zuletzt während der europäischen Schuldenkrise 2012 verzeichnet wurde. Zugleich will Italien sein Haushaltsdefizit ausweiten, während Spanien auf vorgezogene Neuwahlen zusteuert.

Zur politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit in Europa kommt der hohe Ölpreis hinzu. Ein Barrel der Sorte Brent kostet derzeit mehr als 100 Dollar. Das könnte die Inflation in Europa weiter anheizen und zugleich das Wirtschaftswachstum belasten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) steckt damit in einem Dilemma. Höhere Zinsen könnten die Inflation eindämmen und den Euro stützen, zugleich aber die Konjunktur weiter bremsen.

Wie weit kann der Euro noch fallen?

Auch das Chartbild bleibt vorerst schwach. Nachdem der Euro am Widerstand um 1,18 Dollar gescheitert war, nähert er sich nun einer wichtigen Marke bei rund 1,11 Dollar. Hält diese nicht, rückt die nächste wichtige Zone um 1,08 Dollar in den Blick. Bei weiteren Verlusten liegt eine zusätzliche Unterstützung bei rund 1,05 Dollar.

Allerdings fallen die Prognosen unterschiedlich aus. Die japanische Bank MUFG hält einen Rückgang in Richtung 1,10 Dollar für möglich, sollten die Probleme rund um Frankreichs Staatsverschuldung anhalten. ABN AMRO sieht dagegen Erholungspotenzial und erwartet zum Jahresende einen Eurokurs von 1,15 Dollar.

Die kommenden Wochen dürften daher entscheidend werden. In dieser Woche werden neue US-Inflationsdaten veröffentlicht. Am 28. und 29. Oktober folgen die Zinsentscheidungen der Federal Reserve und der EZB. Sie könnten darüber entscheiden, ob sich der Euro endlich etwas erholt oder weiter an Wert verliert.

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