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Ein weiterer schwerer Cyberangriff erschüttert die Kryptobranche. Mercado Bitcoin, Brasiliens größte Kryptobörse, hat am Montag nach einem Sicherheitsvorfall Ein- und Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt.
Sicherheitsforscher haben verdächtige Transaktionen im Wert von mehr als 40 Millionen Dollar entdeckt. Der Angriff ereignete sich nur wenige Tage nach dem bislang größten Kryptodiebstahl bei Binance, bei dem ein Milliardenschaden entstand.
Mercado Bitcoin bestätigte am Montag, dem 2. November, einen Sicherheitsvorfall in einem seiner Systeme. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen den Angriff schnell erkannt und unter Kontrolle gebracht.
Das auf Blockchain-Sicherheit spezialisierte Unternehmen Hypernative entdeckte verdächtige Transaktionen im Wert von mehr als 40 Millionen Dollar aus Wallets, die Mercado Bitcoin zugeordnet werden.
Die Kryptowährungen wurden über rund zehn verschiedene Blockchains transferiert. Betroffen sind unter anderem Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Solana (SOL) und weitere digitale Währungen.
Wie sich der Angreifer Zugang verschaffte, ist noch unklar. Die Transaktionen wirken wie reguläre Überweisungen, die von den jeweiligen Wallets autorisiert wurden. Sicherheitsforscher untersuchen, wie der Angreifer diese Autorisierung erlangen konnte.
Mercado Bitcoin hat die Summe von 40 Millionen Dollar bislang nicht bestätigt. Die Kryptobörse betont zudem, dass nach ihren Erkenntnissen weder Kundengelder verloren gingen noch Kundendaten abgeflossen sind.
Als Vorsichtsmaßnahme wurden Ein- und Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt. Nutzer können deshalb derzeit weder Kryptowährungen auf die Handelsplattform übertragen noch ihre Bestände abziehen.
Das Unternehmen untersucht den Angriff und versucht, die transferierten Kryptowährungen nachzuverfolgen. Mercado Bitcoin arbeitet dabei auch mit den zuständigen Behörden zusammen.
Wann Ein- und Auszahlungen wieder möglich sein werden, ist noch nicht bekannt.
Der Angriff in Brasilien fällt in eine Zeit, in der die Sicherheit von Kryptobörsen bereits intensiv diskutiert wird.
Am vergangenen Donnerstag wurde Binance Opfer des bislang größten Kryptodiebstahls. Hacker erbeuteten dabei Kryptowährungen im Wert von rund 6,3 Milliarden Dollar.
Der Angriff sorgte unter den Kunden für erhebliche Verunsicherung. Binance setzte Auszahlungen vorübergehend aus. Nach deren Wiederaufnahme zogen Nutzer Kryptowährungen im Wert von mehreren Milliarden Dollar ab.
Einen Monat zuvor war auch die Kryptobörse Bitget Ziel eines schweren Angriffs geworden. Der Schaden wurde auf mehrere Hundert Millionen Dollar geschätzt.
Darüber hinaus gab es in diesem Jahr unter anderem bei Liquid Network, Kelp DAO und Drift Protocol schwere Sicherheitsvorfälle.
Bei Liquid Network ging es früheren Berichten zufolge um rund 320 Millionen Dollar, von denen später ein großer Teil zurückgegeben wurde. Bei Kelp DAO und Drift Protocol wurden Summen von rund 292 Millionen beziehungsweise 285 Millionen Dollar genannt.
Die Angriffsserie zeigt, dass nicht nur große Kryptobörsen im Visier stehen. Auch Plattformen, auf denen Nutzer Kryptowährungen verleihen, handeln oder zwischen Blockchains übertragen, können Sicherheitslücken aufweisen.
Nach Zahlen, die The Kobeissi Letter veröffentlicht hat, soll die Kryptobranche im Jahr 2026 bislang rund 750 Sicherheitsvorfälle mit einem geschätzten Gesamtschaden von etwa neun Milliarden Dollar verzeichnet haben.
Das entspräche einem Anstieg um 133 Prozent gegenüber dem gesamten Jahr 2025.
Diese Zahlen sind allerdings nicht unabhängig bestätigt. Andere Sicherheitsforscher legen unterschiedliche Definitionen von Cybervorfällen zugrunde und kommen deshalb zu anderen Ergebnissen.
Auf den Angriff auf Binance entfällt in jedem Fall ein erheblicher Teil der in diesem Jahr gemeldeten Schäden.
Nicht jeder Krypto-Hack läuft nach demselben Muster ab. Manchmal verschaffen sich Angreifer Zugang zu den Wallets einer Handelsplattform. In anderen Fällen nutzen sie Softwarefehler aus oder täuschen Mitarbeiter, um Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen.
Welche Methode bei Mercado Bitcoin zum Einsatz kam, steht noch nicht fest.
Die brasilianische Kryptobörse hat zugesagt, ihre Kunden über den Stand der Ermittlungen zu informieren. Für Nutzer ist vor allem entscheidend, wann sie ihre Kryptowährungen wieder abziehen können und ob die verdächtigen Transaktionen tatsächlich zu finanziellen Verlusten für das Unternehmen geführt haben.
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