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Im Mittelpunkt der kommenden Woche steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank. Am Mittwochabend gibt die Federal Reserve bekannt, ob sie die Zinsen nach der Erhöhung im September erneut anhebt. Anleger rechnen überwiegend mit einer Zinspause. Die Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh könnten die Erwartungen für Dezember jedoch deutlich verändern.
Die Notenbank steht vor einer schwierigen Abwägung. Die Inflation liegt weiterhin deutlich über dem Ziel von zwei Prozent, während höhere Zinsen die Konjunktur weiter bremsen könnten. Entsprechend kräftig könnten am Mittwochabend vor allem die Renditen amerikanischer Staatsanleihen, der Dollar und die Aktienkurse reagieren.
Zusätzliche Brisanz erhält die Sitzung durch ihren Zeitpunkt. Schon einen Tag nach der Entscheidung erscheinen neue Daten zu Wachstum und Inflation in den USA. Sie könnten unmittelbar zeigen, ob die Fed Spielraum hat, länger abzuwarten.
Die Woche beginnt ohne wichtige US-Konjunkturdaten. Am Dienstag folgen unter anderem Zahlen zu langlebigen Wirtschaftsgütern, zum Verbrauchervertrauen und zum Verkauf neuer Häuser. Zusammen liefern sie erste Hinweise auf die Stärke der US-Wirtschaft.
An der Entscheidung vom Mittwoch dürften diese Daten kaum noch etwas ändern. Die zweitägige Zinssitzung hat dann bereits begonnen. Sie können aber beeinflussen, wie Anleger die Aussagen von Warsh einordnen. Robuste Konsumausgaben und eine starke Unternehmenskonjunktur geben der Fed mehr Spielraum, die Zinsen hoch zu halten. Schwache Zahlen erschweren dagegen eine weitere Anhebung.
Im Vorfeld steht damit vor allem die Frage im Raum, wie stark die höheren Zinsen die Wirtschaft bereits belasten. Die Fed will die Inflation eindämmen, ohne die Konjunktur unnötig zu schwächen. Weil beide Risiken fortbestehen, dürfte die Begründung der Entscheidung wichtiger werden als der Beschluss allein.
Im September erhöhte die Fed den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf eine Spanne von 3,75 bis 4 Prozent. Es war die erste Anhebung seit 2023. Für Mittwoch erwartet der Markt überwiegend unveränderte Zinsen.
Die Zinsentscheidung wird um 19.00 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Eine halbe Stunde später gibt Warsh eine Pressekonferenz. Anleger achten dabei vor allem auf Hinweise für Dezember. Betont er die Hartnäckigkeit der Inflation, könnte die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung steigen.
Das wirkt sich über mehrere Kanäle auf die Märkte aus. Die Aussicht auf höhere Leitzinsen kann die Renditen amerikanischer Staatsanleihen steigen lassen. Dadurch werden Anleihen attraktiver, und der Dollar könnte aufwerten. Vor allem Wachstumsaktien, Gold und Bitcoin (BTC) könnten dann unter Druck geraten.
Kurz nach der Pressekonferenz legen Microsoft und Alphabet ihre Quartalszahlen vor. Damit steht der US-Technologiesektor an einem einzigen Abend vor zwei unterschiedlichen Bewährungsproben.
Die Fed beeinflusst, wie viel Anleger für künftiges Wachstum zu zahlen bereit sind. Die Unternehmen wiederum müssen zeigen, ob ihre hohen Investitionen in künstliche Intelligenz genügend Umsatz bringen.
Am Donnerstagnachmittag folgt die erste Schätzung zum US-Wirtschaftswachstum im dritten Quartal. Gleichzeitig veröffentlicht das Bureau of Economic Analysis den PCE-Preisindex für September. Er ist der von der Fed besonders beachtete Inflationsindikator.
Bei der vorherigen Erhebung lagen die Preise 3,4 Prozent über dem Vorjahresniveau und damit deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel. Sollten die Daten am Donnerstag ein kräftiges Wirtschaftswachstum und weiter steigende Inflation zeigen, könnte die Zinspause schnell als vorübergehend gelten. Eine abkühlende Konjunktur und nachlassender Preisdruck würden dagegen dafür sprechen, länger abzuwarten.
Auch die Europäische Zentralbank entscheidet am Donnerstag über die Zinsen. Von ihr wird ebenfalls erwartet, dass sie die Leitzinsen unverändert lässt. Für europäische Anleger dürfte vor allem der unterschiedliche Ton der beiden Notenbanken wichtig werden.
Warnt die Fed eindringlicher vor Inflationsrisiken als die EZB, könnte der Dollar gegenüber dem Euro aufwerten. Auch die Zinsdifferenz zwischen den beiden Währungsräumen könnte sich vergrößern.
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