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Die Deutsche Bank rechnet damit, dass sich große US-Technologieaktien von ihren jüngsten Kursverlusten erholen können. Nachdem sich die Bank zuletzt noch zurückhaltend zu dem Sektor geäußert hatte, sieht sie inzwischen genügend Gründe für eine optimistischere Einschätzung.
Vor allem die Kombination aus niedrigeren Aktienkursen, starken Unternehmensgewinnen und kräftigen Erholungsphasen in der Vergangenheit stimmt die Analysten zuversichtlich.
Die Deutsche Bank hat ihre Empfehlung für große US-Technologieaktien von „Neutral“ auf „Übergewichten“ angehoben. Sie rät Anlegern damit, den Sektor im Portfolio stärker zu gewichten. Der Kurswechsel fällt auf, weil die Analysten ihre neutrale Einschätzung erst vor drei Wochen abgegeben hatten.
Nach Einschätzung der Strategen Parag Thatte, Binky Chadha und Karthik Prabhu sind Technologieaktien innerhalb kurzer Zeit deutlich hinter dem übrigen US-Aktienmarkt zurückgeblieben. Der Sektor verlor rund elf Prozent, während die übrigen Unternehmen im S&P 500 im Schnitt etwa sechs Prozent zulegten. Nach Berechnung der Bank ergibt sich daraus ein Renditeabstand von rund 16 Prozent.
Gerade dieser starke Rückgang macht den Sektor aus Sicht der Deutschen Bank wieder attraktiv. Die Analysten verweisen darauf, dass Technologieaktien in den vergangenen 30 Monaten bereits fünfmal an die untere Begrenzung ihres langfristigen Aufwärtstrends zurückgefallen sind. Jedes Mal folgte eine kräftige Erholung: Im Schnitt legten die Aktien um 32 Prozent zu und schnitten rund 30 Prozent besser ab als der breite Markt.
Dieses historische Muster bietet keine Gewähr für erneute Kursanstiege in ähnlicher Größenordnung. Dennoch sieht die Deutsche Bank in der jüngsten Verkaufswelle eine mögliche Einstiegschance für Anleger, die bislang vor den hohen Bewertungen der Technologieunternehmen zurückgeschreckt waren.
Neben den Kursverlusten spielt auch die Positionierung der Anleger eine wichtige Rolle. Nach Angaben der Deutschen Bank waren Technologieaktien in den Portfolios zuvor übergewichtet. Inzwischen sei die Gewichtung auf ein neutrales Niveau gesunken. Dadurch habe sich das Risiko verringert, das entsteht, wenn viele Anleger gleichzeitig in denselben Aktien investiert sind.
Besonders auffällig ist aus Sicht der Bank die Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Anleger und den tatsächlichen Geschäftsergebnissen. Die aktuelle Marktpositionierung entspreche einem erwarteten Gewinnwachstum der Technologieunternehmen von rund zehn Prozent. Tatsächlich stiegen die Gewinne des Sektors im dritten Quartal jedoch um 47 Prozent.
Auch am breiteren US-Aktienmarkt fielen die Ergebnisse stark aus. Insgesamt stiegen die Gewinne der Unternehmen im S&P 500 im dritten Quartal um rund 31 Prozent. Technologieunternehmen trugen etwa 75 Prozent zu diesem Wachstum bei. Beim typischen Unternehmen im Index legte der Gewinn dagegen um 14 Prozent zu.
Für die Deutsche Bank unterstreichen diese Zahlen die anhaltend große Bedeutung des Technologiesektors für die US-Börse. Trotz der deutlichen Kursverluste bleiben die Geschäftsergebnisse vorerst stark. Diese Diskrepanz ist ein wesentlicher Grund für die zuversichtliche Einschätzung der Bank.
Mit der positiveren Empfehlung sieht die Deutsche Bank allerdings nicht alle Risiken ausgeräumt. Im Fokus steht insbesondere die US-Politik. Sollten die Demokraten bei den Zwischenwahlen sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit erringen, könnten nach Einschätzung der Bank die Sorgen vor einer strengeren Regulierung großer Technologieunternehmen zunehmen.
Auch die geopolitische Lage bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Die Deutsche Bank schätzt, dass der Ölpreis rund 65 Prozent über dem Niveau liegt, das aus ihrer Sicht fundamental gerechtfertigt wäre. Diese Differenz spiegelt den Analysten zufolge vor allem die zusätzliche Risikoprämie wider, die Anleger aufgrund internationaler Spannungen zahlen.
Die Bank verweist darauf, dass frühere geopolitische Schocks noch stärkere Kursverluste am Aktienmarkt ausgelöst haben. Die Strategen nennen unter anderem die Turbulenzen um die US-Importzölle am sogenannten „Liberation Day“ und die Iran-Krise. Solche Ereignisse zeigen, wie schnell unerwartete politische Entwicklungen die Börsenstimmung verändern können – auch bei weiterhin hohen Unternehmensgewinnen.
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