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Nach dem jüngsten Hackerangriff auf Binance warnt Gründer Changpeng Zhao (CZ) vor einer wachsenden Bedrohung. Künstliche Intelligenz mache es Cyberkriminellen zunehmend leichter, Sicherheitssysteme anzugreifen.

Er rechnet deshalb in nächster Zeit mit mehr großen Hackerangriffen – nicht nur auf Kryptounternehmen, sondern auch auf den traditionellen Finanzsektor.

KI als notwendiger Schutz vor KI-Angriffen

In einem Interview mit CoinDesk warnt Zhao, dass Hackern immer leistungsfähigere KI-Systeme zur Verfügung stehen. Finanzinstitute müssten dieselbe Technologie nutzen, um ihre Sicherheit zu verbessern.

Die Branche müsse KI einsetzen, um KI-gestützte Hackerangriffe abzuwehren. Eine andere Möglichkeit gebe es nicht, betont Zhao.

Dabei haben Angreifer laut Zhao einen entscheidenden Vorteil: Sie müssen nur eine einzige Schwachstelle finden, um Zugang zu einem System zu erhalten. Unternehmen hingegen müssen fortlaufend sämtliche potenziellen Sicherheitslücken aufspüren und schließen.

Die Warnung folgt kurz nach dem massiven Hackerangriff auf Binance, bei dem Kryptowährungen im Wert von rund 6,3 Milliarden Dollar erbeutet wurden. Die US-Bundespolizei FBI macht eine nordkoreanische Hackergruppe für den Angriff verantwortlich. Nordkorea hat den Vorwurf zurückgewiesen.

Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass eine KI den Angriff auf Binance eigenständig ausgeführt hat. Fachleute des Blockchain-Analyseunternehmens Elliptic stellten jedoch fest, dass die Täter automatisierte Programme nutzten, um die gestohlenen Kryptowerte zu transferieren.

Untersuchungen zeigen zudem, dass der Angriff monatelang vorbereitet wurde. Die Hacker sollen unter anderem gefälschte Stellenangebote und manipulierte Software eingesetzt haben, um Mitarbeiter zu täuschen.

CZ sieht auch für Banken ein höheres Risiko

Zhao erwartet, dass die Gefahr nicht auf den Kryptosektor beschränkt bleibt. Auch Banken und andere Finanzinstitute könnten anfälliger für Angriffe werden, je gezielter Cyberkriminelle KI einsetzen.

Er fordert deshalb eine engere Zusammenarbeit zwischen Finanzunternehmen und gemeinsame Sicherheitsstandards. Laut Zhao laufen bereits Gespräche über eine breitere Kooperation, damit Unternehmen bei einem großen Cyberangriff schneller reagieren können.

Der Hackerangriff auf Binance zeigt das Ausmaß der möglichen Folgen. Nach der Attacke verzeichnete die Handelsplattform Nettoabflüsse in Milliardenhöhe. Zugleich konnten gestohlene Kryptowerte im Wert von rund 2,85 Milliarden Dollar eingefroren oder beschlagnahmt werden.

Langfristig kann KI nach Zhaos Einschätzung auch eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Sicherheit spielen. Kurzfristig rechnet er jedoch vor allem mit mehr Angriffen.

In nächster Zeit sei mit deutlich mehr Hackerangriffen zu rechnen, warnt er.

Diese Entwicklung stellt Finanzinstitute vor eine Herausforderung. Während Hacker immer schneller neue Angriffsmethoden entwickeln können, müssen Kryptobörsen und Banken ihre Sicherheitssysteme laufend an die Bedrohungslage anpassen.

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