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China macht im globalen Chiprennen erneut deutliche Fortschritte. Yangtze Memory Technologies, besser bekannt als YMTC, ist laut Counterpoint Research bei den ausgelieferten NAND-Speicherchips weltweit auf Platz drei vorgerückt.

Damit lässt das chinesische Unternehmen Schwergewichte wie Micron aus den USA und Kioxia aus Japan hinter sich. Vor YMTC liegen nur noch Samsung und SK Hynix. Das ist relevant, weil Speicher in der KI-Wertschöpfungskette eine immer größere Rolle spielt.

NAND gewinnt an Bedeutung

NAND-Speicher speichert Daten auch dann, wenn ein Gerät ausgeschaltet ist. Er ist langsamer als DRAM, aber deutlich günstiger und unverzichtbar für Speicherlösungen in Smartphones, Computern, Servern und Rechenzentren.

Mit dem Wachstum der KI steigt die Nachfrage nach Speicher rasant. Für KI-Systeme ist nicht nur High Bandwidth Memory wichtig. Auch Speicherkapazität wird zunehmend entscheidend, weil Rechenzentren enorme Datenmengen verarbeiten, vorhalten und verfügbar machen müssen.

Counterpoint zufolge kam YMTC im zweiten Quartal bei NAND-Auslieferungen auf einen Marktanteil von 14 Prozent. Damit liegt das Unternehmen knapp unter einer wichtigen Schwelle.

Nach Einschätzung von Forschungsdirektor MS Hwang benötigt ein Speicherhersteller rund 15 Prozent Marktanteil, um künftige Investitionen aus eigener Kraft finanzieren zu können. YMTC ist dieser Marke damit bereits sehr nahe.

China gewinnt im Speichermarkt an Gewicht

Der Aufstieg von YMTC fügt sich in Chinas breitere Strategie ein, die Abhängigkeit von ausländischen Chipkonzernen zu verringern.

Zuvor hatte bereits CXMT für Aufmerksamkeit gesorgt. Das Unternehmen konzentriert sich vor allem auf DRAM-Speicher und erreichte im zweiten Quartal einen Marktanteil von 7 Prozent. Damit liegt CXMT weltweit auf Platz vier hinter Samsung, SK Hynix und Micron.

Die extremen Kursanstiege bei Samsung, Micron und SK Hynix im Überblick.
Die extremen Kursanstiege bei Samsung, Micron und SK Hynix im Überblick. Quelle: TradingView

Nun gelingt YMTC der Durchbruch bei NAND. Das zeigt, dass China nicht nur beim Chipdesign oder bei KI-Modellen Boden gutmacht, sondern auch bei der Produktion zentraler Hardwarekomponenten.

Umsatz hinkt noch hinterher

Für YMTC ist das Bild dennoch nicht durchweg positiv. Zwar hat das Unternehmen Micron und Kioxia bei der Zahl der ausgelieferten Chips überholt, beim Umsatz liegt es aber weiterhin hinter diesen Wettbewerbern.

Der Grund: YMTC beliefert bislang vergleichsweise stark den Verbrauchermarkt. Das eigentliche Gewinnwachstum verlagert sich jedoch zunehmend in Rechenzentren, wo höhere Margen möglich sind.

Counterpoint zufolge könnte auf den Markt für Rechenzentren bis Ende 2026 rund die Hälfte der gesamten NAND-Nachfrage entfallen. Dort steht für YMTC die nächste Bewährungsprobe an.

Konkurrenz reagiert

Der Wettbewerb verschärft sich unterdessen weiter. SK Hynix will koreanischen Medien zufolge nach einer vierjährigen Pause wieder in ein Werk im chinesischen Dalian investieren. Das zeigt, dass die etablierten Marktführer ihre Position nicht kampflos aufgeben wollen.

Auch Samsung, Micron und Kioxia werden ihre Investitionen am Aufstieg chinesischer Wettbewerber ausrichten müssen.

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