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Chinesische KI-Modelle werden weltweit immer populärer und rücken technisch näher an ihre US-Konkurrenten heran. Finanziell ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Laut einer Untersuchung der Rhodium Group erzielen alle großen chinesischen KI-Modelle zusammen nur rund zehn Prozent der Einnahmen, die OpenAI und Anthropic gemeinsam erwirtschaften.

Das ist bemerkenswert. Unternehmen wie DeepSeek, Alibaba und Moonshot stehen wegen ihrer günstigen und leistungsfähigen Modelle stark im Fokus. China baut damit eine große Reichweite auf, tut sich aber noch schwer, diese Popularität in Umsatz zu verwandeln.

DeepSeek ist populär, doch der Umsatz bleibt gering

Rhodium schätzt den jährlich wiederkehrenden Umsatz von DeepSeek auf rund 500 Millionen Dollar. MiniMax kommt demnach auf etwa 800 Millionen Dollar, Moonshot AI auf rund 1 Milliarde Dollar.

Alibaba dürfte mit seinen KI-Modellen etwa 2,4 Milliarden Dollar umsetzen, während ByteDance Schätzungen zufolge 4 Milliarden Dollar erzielt. Z.ai selbst bezifferte seine annualisierte Umsatzrate auf rund 1,8 Milliarden Dollar.

Zum Vergleich: OpenAI liegt laut Rhodium bei rund 40 Milliarden Dollar, Anthropic sogar bei etwa 65 Milliarden Dollar.

Jahresumsatz chinesischer KI-Unternehmen im Vergleich zu OpenAI und Anthropic
Prognostizierter Jahresumsatz von KI-Unternehmen. (Quelle: CNBC)

Der Unterschied hängt stark mit der gewählten Strategie zusammen. Chinesische Unternehmen stellen ihre Modelle häufig günstig bereit und veröffentlichen sie regelmäßig als Open-Weight-Modelle.

Unternehmen können ein solches Modell herunterladen und selbst betreiben. Dadurch muss nicht jeder Nutzer Geld an den ursprünglichen Entwickler zahlen. Bei den US-Modellen ChatGPT und Claude ist das nicht möglich.

Der Umsatzunterschied ist enorm, doch die tatsächliche Nutzung chinesischer Modelle zeichnet ein ganz anderes Bild. Chinesische Modelle standen 2025 für rund 41 Prozent aller Modelldownloads auf Hugging Face, gegenüber 31 Prozent bei US-Modellen.

Hohe Bewertungen treffen auf niedrige Einnahmen

Daraus entsteht eine auffällige finanzielle Schieflage. Einige chinesische KI-Unternehmen werden bewertet, als würden ihre Umsätze in den kommenden Jahren stark wachsen.

Rhodium schätzt, dass Moonshot derzeit mit etwa dem Fünfzigfachen seines Jahresumsatzes bewertet wird. Bei DeepSeek dürfte dieses Verhältnis sogar bei rund 163 liegen. OpenAI kommt nach derselben Berechnung auf etwa das 34-Fache des Umsatzes, Anthropic auf rund das 21-Fache.

China scheint damit einen anderen Kurs einzuschlagen als die Vereinigten Staaten. Chinesische Unternehmen wirken bereit, kurzfristige Einnahmen zugunsten einer größeren globalen Reichweite zurückzustellen. US-Unternehmen verdienen vorerst deutlich mehr je Nutzer, während chinesische Anbieter ihre Modelle günstiger und freier verfügbar machen.

Technologisch rücken chinesische KI-Modelle immer näher an ihre US-Konkurrenten heran. Finanziell bleibt der Abstand vorerst groß. Ob die enorme weltweite Nutzung chinesischer Modelle am Ende auch zusätzliche Milliardenumsätze bringt, muss sich erst zeigen.

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