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Anfang Dezember erlebte das Ethereum-Netzwerk vorübergehende Leistungsprobleme aufgrund eines technischen Fehlers in der Konsensussoftware Prysm. Eine nachträgliche Analyse des Ethereum-Entwicklers Terence Tsao zeigt, dass der Bug bereits Wochen zuvor eingeführt worden war, aber erst am 4. Dezember im Hauptnetzwerk aktiviert wurde.
Ethereum ist ein weltweites Netzwerk von Computern, auch Nodes genannt, die gemeinsam Transaktionen verarbeiten und absichern. Diese Nodes nutzen verschiedene Softwareprogramme, sogenannte Clients. Prysm ist einer dieser Clients und wird von einem erheblichen Teil des Netzwerks verwendet.
Der Fehler in Prysm trat beim Verarbeiten von Informationen von Nodes auf, die nicht vollständig synchronisiert waren. Dadurch begann die Software, alte Teile der Blockchain neu zu berechnen, anstatt die aktuellsten Daten zu verwenden. Dies führte zu einer hohen Systemauslastung und merklichen Verzögerungen im Netzwerk.
Infolgedessen wurden über mehrere Stunden hinweg weniger neue Blöcke verarbeitet als normal. Die Beteiligung der Validatoren, die Transaktionen überprüfen und bestätigen, sank auf etwa 75 Prozent. Insgesamt entging den Validatoren schätzungsweise eine Belohnung von 382 Ether.
Der Bug wurde etwa einen Monat vor dem Vorfall zu Prysm hinzugefügt und lief bereits in dieser Zeit auf Testnetzen. Diese speziellen Testumgebungen dienen dazu, neue Software zu erproben, bevor sie auf dem echten Ethereum-Netzwerk eingesetzt wird. Da die spezifischen Bedingungen, die zu dem Fehler führten, dort nicht auftraten, blieb das Problem unentdeckt.
Laut Entwicklern zeigt dies, dass Testnetze zwar essenziell sind, aber nicht alle möglichen Szenarien vorhersehen können.
Nach dem Vorfall erhielten die Node-Operatoren Anweisungen, vorübergehende Lösungen anzuwenden, während die Entwickler an einem endgültigen Software-Update für Prysm arbeiteten. Dadurch blieb die Auswirkung auf das Netzwerk relativ begrenzt.
Dennoch weisen Entwickler darauf hin, dass die Folgen erheblich schlimmer hätten sein können. Prysm hat einen Anteil von etwa 17,6 Prozent am Ethereum-Netzwerk. Der am häufigsten genutzte Client, Lighthouse, wird von mehr als 52 Prozent der Nodes verwendet. Wäre diese Software betroffen gewesen, hätte dies zu gravierenderen Störungen führen können, wie zum Beispiel dem vorübergehenden Ausfall der Transaktionsfinalität.
Der Vorfall unterstreicht die Bedeutung der sogenannten Client-Diversität innerhalb von Ethereum. Durch den Einsatz verschiedener Softwareclients wird das Risiko verringert, dass ein einzelner Fehler das gesamte Netzwerk betrifft. Gleichzeitig warnen Entwickler, dass die dominante Position von Lighthouse ein potenzielles Risiko darstellt.
Frühere Ereignisse, wie vorübergehende Probleme mit der Transaktionsfinalität nach einem großen Ethereum-Update im Jahr 2023, zeigen, dass auch ausgereifte Blockchain-Netzwerke anfällig für technische Fehler bleiben.
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