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Gestern erlebte die Kryptobranche den größten Krypto-Hack ihrer Geschichte. Binance, die größte Kryptobörse der Welt, verlor Kryptowährungen im Wert von mehr als 6 Milliarden Dollar. Der Angriff löste massive Verwerfungen am Markt aus.
Bitcoin (BTC) fiel auf den tiefsten Stand seit sechs Wochen. Die Stimmung am Markt war zuletzt im Sommer so von Angst geprägt wie jetzt. Dennoch sieht der technische Analyst Ivo Melchers fünf Signale, die ihm Hoffnung machen.
Das Ansehen der Branche hat gestern erheblich gelitten. Binance hat angekündigt, betroffene Nutzer zu entschädigen. Viele Anleger fragen sich dennoch, wo ihre Coins überhaupt noch sicher sind.
Infolge des Diebstahls fiel Bitcoin von mehr als 80.000 Dollar auf ein Tief von 76.300 Dollar. Gestern Nachmittag wurde der Coin noch zu knapp 82.000 Dollar gehandelt. Damit beläuft sich der Verlust auf fast 7 Prozent.
Gegen 03:00 Uhr in der Nacht erreichte der Kurs seinen Tiefpunkt und erholte sich anschließend leicht. Deutlich über 78.500 Dollar kam er bislang jedoch nicht hinaus.

Der Binance-Hacker verfügt über Kryptowährungen im Wert von mehr als 3 Milliarden Dollar. Davon wurden bislang lediglich 158 Millionen Dollar verkauft. Das sorgt weiterhin für erhebliche Unsicherheit am Markt. Melchers sieht allerdings auch mehrere Signale, die ihn wieder zuversichtlicher stimmen.
In den vergangenen 24 Stunden wurden Long-Positionen im Wert von 1,31 Milliarden Dollar liquidiert. Das beschleunigte den Kursrückgang. Zahlreiche Händler, die mit geliehenem Geld auf steigende Kurse gesetzt hatten, mussten im Zuge des Einbruchs die zwangsweise Schließung ihrer Positionen hinnehmen. Dabei werden ihre Bitcoin zwangsverkauft.
Dadurch wurden auf einen Schlag viele gehebelte Positionen abgebaut. Unterhalb des aktuellen Kurses liegen nun nur noch wenige Positionen, denen bei weiteren Verlusten die Liquidation droht. Oberhalb des Kurses konzentrieren sich dagegen zahlreiche Short-Positionen, mit denen Händler auf fallende Kurse setzen.
Steigt der Kurs, müssen diese Händler ihre Positionen durch Rückkäufe schließen. Das kann den Kursanstieg zusätzlich verstärken.
Die Erholung überzeugt bislang zwar nicht, doch dass Bitcoin an der Unterstützung bei rund 76.000 Dollar wieder gestiegen ist, stimmt zuversichtlich. Bereits im September hatte dieses Niveau eine Trendwende eingeleitet.

Bitcoin notiert weiterhin über dem Tief des Vormonats. Der Relative Strength Index (RSI), ein Momentumindikator für die Stärke einer Kursbewegung, ist dagegen weiter gefallen. Diese Konstellation wird als versteckte bullische Divergenz bezeichnet.

Der Verkaufsdruck hat nachgelassen, ohne dass der Aufwärtstrend gebrochen wurde. Das ist eine positive Entwicklung. Der RSI liegt inzwischen sogar niedriger als Mitte August, als Bitcoin noch bei rund 63.000 Dollar notierte.
Auch im Wochenchart hält sich der Schaden für die Käuferseite bislang in Grenzen. Zwar ist der Kurs unter die Ausbruchszone knapp oberhalb von 80.000 Dollar gefallen. Er liegt aber weiterhin über mehreren wichtigen Durchschnittslinien.
Dazu gehört die 50-Wochen-Linie, die als wichtige Grenze zwischen Bären- und Bullenmarkt gilt. Sie verläuft derzeit bei 75.700 Dollar und damit knapp unter dem gestrigen Tief.

Zudem hat Bitcoin erneut das als Bull Market Support Band bekannte Unterstützungsband berührt. Damit zeigen sich zunehmend Parallelen zur Kursentwicklung Anfang 2023, als der neue Bullenmarkt noch am Anfang stand. Entscheidend ist allerdings, dass sich der Kurs nun oberhalb dieser Unterstützungslinien hält.

Hinzu kommt, dass der Fear & Greed Index auf den tiefsten Stand seit Mitte August gefallen ist. Das Stimmungsbarometer signalisiert wieder „Angst“. Historisch boten solche Phasen häufig attraktive Kaufgelegenheiten – zumindest in einem Bullenmarkt.

Schließlich ist die Bitcoin Coinbase Premium auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen. Sie misst den Preisunterschied zwischen Bitcoin auf Coinbase und Binance.
Die Prämie liegt damit so niedrig wie zuletzt beim Zusammenbruch der Kryptobörse FTX. Das deutet darauf hin, dass US-Anleger in großem Umfang ihre Coins verkaufen. Auch diese Kennzahl kann als Kontraindikator dienen. Der Tiefstand allein sagt jedoch wenig über den Zeitpunkt einer möglichen Wende aus. Ein belastbares Signal entsteht erst, wenn die Prämie wieder steigt und US-Käufer an den Markt zurückkehren.
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